Britische Wirtschaft verliert deutlich an Fahrt

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Die britische Wirtschaft verliert vor dem näher rückenden Brexit deutlich an Schwung.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Oktober bis Dezember nur noch um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt (ONS) am Montag mitteilte. Im Sommer war noch ein Plus von 0,6 Prozent erreicht worden. Die Autobauer und die Stahlindustrie fuhren ihre Produktion zurück. Und auch die Bauwirtschaft erwies sich gegen Jahresende als Bremsklotz für die Konjunktur.

BIP fällt auf das niedrigste Niveau seit 2012

Zudem gingen die Investitionen im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent zurück. So stark waren sie seit Anfang des Jahrzehnts nicht mehr gesunken, als sich das Vereinigte Königreich gerade aus der Rezession löste. Im gesamten Jahr 2018 fiel das Plus beim BIP mit 1,4 Prozent auf das niedrigste Niveau seit 2012.

In diesem Jahr könnte es noch weniger werden: Die Notenbank rechnet wegen der Brexit-Unsicherheiten nur noch mit einem Wachstum von 1,2 Prozent. Damit würde die Wirtschaft auf der Insel auf das schwächste BIP-Plus seit der Finanzkrise vor zehn Jahren zusteuern.

Großbritannien will die EU Ende März verlassen. Ob es zu einem geregelten Austritt kommt oder zu einem sogenannten harten Brexit ist auch wenige Wochen vor dem geplanten Ausstieg noch völlig unklar. Von einem ungeordneten Brexit könnten einer Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in Deutschland mehr als 100.000 Arbeitskräfte betroffen sein, allein 15.000 Beschäftige in der Autoindustrie.

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