Physiker erklären, warum die Zeit scheinbar schneller vergeht, wenn ihr älter werdet

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Habt ihr euch früher auch von einer Schulwoche zur nächsten gequält und das Ende des Semesters herbeigesehnt, während ihr euch jetzt fragt, wie denn schon wieder das erste Quartal des Jahres vorbei sein kann? Ihr bildet euch das nicht ein. Je älter ihr werdet, desto schneller vergehen die Tage für euch. Ein Forscher der Duke Universität hat eine Erklärung.

Warum ist das Zeitgefühl in der Kindheit anders als im Alter?

In einer Studie, die im Fachmagazin „European Review“ erschienen ist, erklärt Adrian Bejan, Professor an der Duke Universität, dass dieses Phänomen auf unsere eigene Wahrnehmung zurückzuführen sei. Demnach würden wir im Alter viel weniger Eindrücke wahrnehmen, was uns das Gefühl vermitteln würde, weniger zu erleben. „Die Menschen sind oft erstaunt, wie sehr sie sich an die Tage erinnern, die in ihrer Jugend ewig zu dauern schienen“, sagte Bejan in einer Presseaussendung. „Es ist noch nicht mal so, dass diese Erfahrungen bedeutsamer oder tiefer waren, sie wurden nur im Schnellverfahren verarbeitet. Die Tage schienen in der Jugend länger zu dauern, weil der junge Geist an einem Tag mehr Bilder aufnimmt als der gleiche Geist im Alter“, so Bejan.

Veränderungen in der Verarbeitung sind der entscheidende Faktor

Grund für dieses Phänomen ist, dass die Wege zur Verarbeitung von Eindrücken länger werden, weil das Netz aus Nerven und Neuronen in unserem Gehirn wächst und komplexer wird. Außerdem altern sie auch, wodurch die elektrischen Signale mehr Widerstand haben und langsamer werden. Wir brauchen also im Alter schlichtweg länger, um neue Eindrücke zu verarbeiten. Bejan, Professor für Chemical Engineering, sagt auch, dass man es allein schon daran bemerke, dass sich die Augen von Kindern schneller und öfter bewegen würden als jene von alten Menschen. 

Kurz zusammengefasst: Weil Erwachsene in der gleichen Zeit weniger Erlebnisse verarbeiten und Eindrücke aufnehmen, scheint es so, als würde die Zeit schneller vergehen. Tatsächlich könnt ihr dem aber entgegenwirken: Etwa, indem ihr immer wieder einmal Urlaub macht. Vermutlich ist es euch schon aufgefallen, dass eine Woche im Urlaub gefühlt länger dauert als eine Woche in der Arbeit — einfach, weil ihr viele neue Eindrücke verarbeiten müsst. Abwechslung ist also der Schlüssel. 

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