Wirecard: Ist der Spuk jetzt vorbei?

Mit Spannung haben Marktteilnehmer auf Ergebnisse der unabhängigen Untersuchung zu mutmaßlichen Bilanzmanipulationen bei Wirecard (WKN: 747206 / ISIN: DE0007472060) in Singapur gewartet. Am Dienstag war es endlich so weit. Sowohl bei Anlegern als auch beim Zahlungsabwickler aus Aschheim bei München war die Erleichterung groß, als die Ergebnisse vorgelegt wurden.

Wirecard teilte mit, dass die unabhängige Untersuchung zu keinen Feststellungen zum so genannten „round-tripping“ oder Korruption geführt hätte. Auch hätten sich keine Erkenntnisse über eine strafrechtliche Verantwortung in Bezug auf die Konzernzentrale von Wirecard in München/Aschheim ergeben. Einzelne lokale Angestellte in Singapur könnten sich jedoch möglicherweise nach lokalem Recht strafbar gemacht haben, hieß es.

Um die Ergebnisse der Untersuchung von Rajah & Tann im Rahmen der laufenden Erstellung und Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses und des Jahresfinanzberichts für das Geschäftsjahr 2018 berücksichtigen zu können, hat der Vorstand heute entschieden, die Veröffentlichung des Jahresfinanzberichts und die Bilanzpressekonferenz (bisher 4. April 2019) auf den 25. April 2019 zu verlegen, hieß es weiter. Außerdem wurde die 2019er-EBITDA-Prognose bestätigt. Das EBITDA soll zwischen 740 und 800 Mio. Euro liegen.

Die Marktreaktionen fielen regelrecht überschwänglich aus. Die Wirecard-Aktie schoss am Dienstag zeitweise um mehr als 30 Prozent in die Höhe. Allerdings dürfte der Härtetest erst anstehen. Schließlich wird sich auch die „Financial Times“ ebenfalls zu den Untersuchungsergebnissen äußern. Diese hatte mit ihren Berichten zu mutmaßlichen Bilanzfälschungen bei Wirecard-Tochtergesellschaften in Singapur die ganze Sache ins Rollen gebracht und gleich mehrfach für deutliche Kursverluste des DAX-Wertes gesorgt.

FAZIT. Am Markt scheint man sich einig zu sein. Dank E-Commerce und der Entwicklung neuer Bezahlmethoden kann Wirecard mit hervorragenden Wachstumschancen aufwarten. Allerdings gilt es erst einmal, die Geschichte mit den mutmaßlichen Bilanzfälschungen endlich aus der Welt zu schaffen. In dieser Hinsicht scheint man nun ein ganz entscheidendes Stück vorangekommen zu sein.

Anleger, die auf einen Aufwärtstrend der Wirecard-Aktie setzten und sogar überproportional von steigenden Kursen des DAX– und TecDAX-Wertes profitieren möchten, schauen sich am besten entsprechende Hebelprodukte (WKN: VF31X6 / ISIN: DE000VF31X61) auf der Long-Seite an. Skeptiker haben ebenfalls mit passenden Short-Produkten (WKN: VF2MJH / ISIN: DE000VF2MJH4) die Gelegenheit auf fallende Kurse der Wirecard-Aktie zu setzen.

Bildquelle: Pressefoto Wirecard

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