Sicherheitsexperten warnen: Eine Region ist für Nordkoreas Angriffe auf die Krypto-Branche besonders anfällig

Kim Jong-un

Das wirtschaftlich angeschlagene Nordkorea könnte Kryptowährungen künftig vermehrt nutzen, um die internationalen Sanktionen gegen sich zu umgehen. Zu dieser Einschätzung kommt das britische Sicherheits- und Verteidigungsinstitut Royal United Services Institute (RUSI) in einem Bericht, der am Sonntag veröffentlicht wurde. Besonders die Länder Südostasiens seien gefährdet, heißt es.

Nordkoreas Wirtschaft leidet unter den Sanktionen, die die Vereinten Nationen und die USA gegen das international isolierte Land wegen dessen Atomprogramm verhängt haben. Auch die Hoffnung von Machthaber Kim Jong-un, beim Gipfel mit US-Präsident Donald Trump in Hanoi im Februar die Sanktionen gegen Nordkorea ganz oder teilweise aufheben lassen zu können, haben sich nicht erfüllt. 

Sicherheitsexperten vermuten Nordkorea hinter dem „WannaCry“-Angriff

Gleichzeitig gelten Nordkoreas Hacker als besonders versiert im Cyber-Krieg. Berüchtigt ist die Attacke 2015 auf das IT-System von Sony, die als Vergeltung für die Kim-Jong-Un-Satire „The Interview“ galt. Beobachter vermuten das Land von Kim Jong-un aber noch hinter einigen weiteren Hackerangriffen, wie im Fall von „WannaCry“ im Frühjahr 2017. Bei dem Angriff wurden weltweit Windows-Computer lahmgelegt und eine Art Lösegeld in Form von Bitcoin erpresst. Sicherheitsexperten ordneten die Schadsoftware der Lazarus-Gruppe zu, die aus Nordkorea stammen soll. 

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„Nordkorea hat extreme Anstrengungen unternommen, um Geld zu beschaffen und internationalen Sanktionen zu umgehen“, schreiben die Sicherheitsexperten des Royal United Services Institutes in ihrem Paper. „In jüngster Zeit wurden diese Bemühungen auch auf die Ausbeutung von Kryptowährungen wie Bitcoin ausgedehnt.“

Finanzielle Probleme und Cyberkriminelle machen Nordkorea zum Sicherheitsrisiko

Auch wenn Kryptowährungen für Nordkorea insgesamt nur eine kleine Rolle spielen, stellen die finanziellen Probleme des Landes und dessen Erfahrung in der Cyberkriminalität ein anhaltendes Sicherheitsrisiko dar, so die Autoren David Carlisle und Kayla Izenman. Die Sanktionen lassen sich so leichter umgehen, weil Kryptowährungen  schwerer aufzuspüren und unabhängig sind von der Regulierung durch Staaten. Die Region Südostasien sei für derartige Angriff besonders verwundbar, auch weil dort Sicherheitslücken bestehen. 

cm

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