Satellitenbilder der Nasa zeigen eine beunruhigende Bewegung in der Arktis

Wawilow Eiskappe Gletscher

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat eine beunruhigende Beobachtung gemacht, die darauf hinweisen könnte, dass Gletscher noch schneller als bislang angenommen schmelzen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Nasa hervor.

Wissenschaftler haben festgestellt, dass ein „kalter Gletscher” in der russischen Arktis extrem schnell schmilzt. Das führt dazu, dass er immer weiter in die Karasee hineinragt. Eigentlich liegt die Temperatur sogenannter „kalte Gletscher” konstant unter dem Gefrierpunkt. 

Bereits im Jahr 2013 wurde der Glaziologe Michael Willis von der University of Colorado Boulder auf die Veränderungen der Gletscherzunge der Wawilow-Eiskappe auf Sewernaja Semlja aufmerksam. In den darauffolgenden Jahren haben er und seine Kollegen beobachtet, wie die Geltscherzunge in einem extrem hohen Tempo vorwärts gerutscht ist und sich viel schneller bewegt hat, als es eigentlich üblich ist.

 

„Die Tatsache, dass sich ein scheinbar stabiler kalter Gletscher plötzlich von 20 Metern pro Jahr auf 20 Meter pro Tag bewegte, war äußerst ungewöhnlich, vielleicht beispiellos”, sagt Willis. „Die Zahlen hier sind einfach verrückt”. So etwas habe er nie zuvor gesehen, erklärt der Wissenschaftler. 

Landsat-Satelliten der Nasa sammeln seit Jahrzehnten Bilder des Gletschers. In einem Zeitraffervideo zeigt sich, wie sich der Gletscher von 1985 bis 2017 verändert hat. Bis 2013 waren die Veränderungen noch relativ gering. Doch ab da schmilzt der Gletscher plötzlich rasant. Zwischen 2013 und 2018 verdoppelt sich die Größe des Eisschelfs des Gletschers, also die Eiszunge, die in die Karasee hineinragt. 

 

Noch können die Wissenschaftler nicht genau sagen, wie es zu dieser plötzlichen dramatischen Entwicklung gekommen ist. Willis und seine Kollegen vermuten jedoch, dass der Boden unter der Gletscherzunge inzwischen extrem rutschig ist. 

„Wenn es so weitergeht, könnten wir den Niedergang dieser Eiskappe beobachten”, befürchtet Willis. „Wawilow ist bereits so dünn geworden, dass sich am Oberlauf kein Schnee mehr ansammelt und vor allem handelt es sich um eine kleine Eiskappe.”

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„Dieses Ereignis hat uns gezwungen, das Verhalten von kalten Gletschern zu überdenken”, sagte Willis. „Es kann sein, dass sie schneller auf das sich erwärmende Klima oder auf Veränderungen an ihrer Basis reagieren, als wir gedacht haben.”

Dass die Gletscher in Grönland schmelzen, ist bekannt. Doch die Beobachtungen der Wawilow-Eiskappe deuten darauf hin, dass diese Gletscher möglicherweise weniger stabil und widerstandsfähig sind, als bislang angenommen.

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