Ein Gesichtserkennungs-Startup aus China kann euch in Sekunden identifizieren

Serie Künstliche Intelligenz   blue yonder

Gesichtserkennung ist nichts Neues in China. Von der Identifizierung Krimineller über die Eintrittsbefugnis ins Büro hin zum Zahlungsmittel bei Kentucky Fried Chicken wird sie vielfach genutzt. Wie Deutschlandfunk“ schreibt, sollen bis zum Jahr 2020 insgesamt 600 Millionen Kameras installiert worden sein, die die rund 1,4 Milliarden starke Bevölkerung in China fast ausnahmslos erkennen.

Die Technologie eines chinesischen Start-Ups ermöglicht das nun auch in Sekundenschnelle, wie der amerikanische Nachrichtensender CNBC berichtet.

China strebt an, weltweit führend auf dem Gebiet Künstlicher Intelligenz (KI) zu werden. Weit ist das Land nicht davon entfernt, hat es laut der Wirtschaftswoche“ für den Bereich zweieinhalb so viele Patente angemeldet wie die Vereinigten Staaten.

Bei der Gesichtserkennung jedoch hat das Land aus Asien die Nase noch weiter vorn. Dort gibt es bereits 900 angemeldete Patente — das sind zehnmal so viele wie die der USA.

Lest auch: Unheimliche Bilder aus China zeigen, dass ein düsteres Zukunftsszenario längst wahr geworden ist

Jetzt gibt es ein weiteres Start-Up, das die Gesichtserkennung vorantreibt: Yitu wurde im Jahr 2012 gegründet und wird bereits auf einen Wert von zwei Milliarden (1,8 Milliarden Euro) US-Dollar geschätzt. Der Mitbegründer Leo Zhu hat an der University of California in computergestützter Fotografie und Neurologie promoviert; sein Doktorvater war niemand geringeres als ein Schüler des im vergangenen Jahr verstorbenen Physikers Stephen Hawking. Sein Partner Lin Chenxi hatte eine leitende Position bei Alibaba Cloud inne, einem Tochterunternehmen für E-Commerce des chinesischen Online-Versandhandels.

400 Millionen Dollar Unterstützung für Gesichtserkennungs-Start-Up

Für die Fähigkeit ihres Produkts mit dem Namen „Dragonfly Eye System“, Personen aus einer Datenbank von zwei Milliarden Menschen in Sekundenschnelle mit einer 95,5-prozentigen Sicherheit zu erkennen, hat das in Shanghai ansässige Unternehmen Investorengelder in einer Höhe von bereits 400 Millionen US-Dollar (360 Millionen Euro) eingestrichen.

Es wird seit Beginn von der Polizei genutzt sowie seit vergangenem Jahr in 20 örtlichen Behörden öffentlicher Sicherheit in über 300 Städten. Doch die Leistungen gehen über den Bereich der Sicherheit hinaus: Yitu wird im Bankensektor, Verkaufs- und sogar Gesundheitswesen genutzt. Wie CNBC schreibt, soll Yitu die erste KI-Technologie bereitstellen, mithilfe derer man Lungen- und andere Krebsarten frühzeitig erkennen kann. Und es soll noch darüber hinaus gehen. 

Denn das Unternehmen expandiert. Im vergangenen Januar wurde das erste internationale Büro in Shanghai eröffnet. Hier will es bis zu 50 Forscher einsetzen, die dafür arbeiten, dass Yitu im Bereich der Gesichtserkennung Marktführer wird. Momentan liegt es noch hinter der chinesischen Konkurrenz Megvii Technology und Sensetime. 

Das könnte euch auch interessieren:

 Mit diesem Test erfahrt ihr, ob ihr ein Super-Recognizer seid — und Gesichter besser erkennt als alle anderen

 Die umstrittenste Funktion beim iPhone X läuft, ohne dass ihr es bemerkt, warnen Experten

 Eine furchteinflößende Technologie könnte bald die Gesichtserkennung bei Apple ablösen

Join the conversation about this story »

• Weiterlesen •