So gehe ich ans Aktien sparen heran

Jeder Sparer in unterschiedlichster Altersgruppe dürfte zwischenzeitlich mitbekommen haben, dass heute nahezu keine Zinsen gezahlt werden auf klassische Anlagen wie Festgeld, Termingeld und Spareinlagen. Werden bestehende Bankprodukte fällig, dann stellt sich die Frage: wie das Geld weiter anlegen?

Die Einholung von Erkundigungen führt oftmals zu folgendem Ergebnis: Aktien wären quasi der moderne und sinnvolle Weg um seine Ersparnisse mit Rendite anzulegen. Ein langer Atem und etwas Zeit müsste allerdings mitgebracht werden wegen Schwankungen von börsennotierten Produkten. Und da sei auch noch die Sache mit der Inflation und dem Wertverlust des Geldes bei brach liegendem Kapital.

Bei keinerlei eigenen Erfahrungen mit Aktien dürfte es nicht unüblich sein, wenn Interessenten zur Entscheidungsfindung ihre Familienangehörige und Bekannte befragen nach deren Erfahrungsschatz. Hat bereits jemand mit Aktien Gewinne gemacht, kann dies einen Ansporn bedeuten mit der Folge, es auch selbst versuchen zu wollen. Bei Rückmeldung von negativen Erfahrungen kann jedoch die Unsicherheit überwiegen und dieser Gedanke schnell wieder bei Seite geschoben werden.

Entscheidet sich der Sparer jedoch für eine langfristig ausgelegte Aktienanlage, wird ein Depotkonto benötigt wie bei einem ortsansässigen Kreditinstitut oder einer Direktbank, und dann kann es losgehen mit der Börsenaktivität. Stellt sich nur die Frage: Welche Einzel-Aktien soll man denn kaufen? Es ist nicht die Rede von Investitionen in ganze Körbe mittels Aktienfonds und ETFs als Einmalanlage oder per Sparpläne.

Wie heißt es so schön „mehrere Wege führen nach Rom“. Wer selbst keine fundamentale Analyse betreiben kann um eine Aktie zu bewerten, der hat dennoch Möglichkeiten. Zum Beispiel kann ein Anleger sich Aktienempfehlungen geben lassen bei (s)einer Bank vor Ort und diesen auch folgen. Informationen können auch auf eigene Faust beschafft werden, wie durch Online-Portale, Newsletter, Finanz-Communities, Videos, Messen, Veranstaltungen, Börsenzeitungen und Börsenmagazine erhältlich am Zeitungsstand oder Kiosk. Bequem ist die Inanspruchnahme einer entgeltlichen Serviceleistung, indem ein Börsenbrief abonniert wird bei einem Anbieter eigener Wahl. Vertrauen in die Fähigkeiten eines Experten dürfte eine nicht unbeachtliche Rolle spielen mit Auswahl nach Punkten wie Bekanntheitsgrad, Kundenbewertungen, vermittelten Inhalten, Anzahl Abonnenten und Follower.

Einfaches Nachdenken ist kostenlos und kann durchaus zielführend sein, dazu braucht man nicht mal einen sogenannten Experten. Zum Beispiel könnten sich Neueinsteiger mit Sicherheitsorientierung und langfristigem Anlagehorizont mit den folgenden Fragen beschäftigen:

Was stellt das Unternehmen xy her, wird man deren Waren auch künftig benötigen? Sind die Produkte hipp oder gefragt, existiert das Unternehmen schon lange und hat sich bewährt, ist wenig Konkurrenz auf dem Markt, laufen die Geschäfte nachhaltig gut?

Der Mensch muss jeden Tag essen und trinken. Lebensmittel werden benötigt, wobei auch Fastfood hierzulande längst fester Bestandteil ist. Kleidung wird getragen, Hygieneartikel werden täglich benutzt: Seife, Creme, Zahnpasta. Die Menschen treiben Sport, fahren Auto, nutzen technische Geräte.

Bei Interesse an einer Aktienanlage wäre eine mögliche Vorgehensweise: Eine persönliche Wunschliste aufstellen von paar Aktien, die man gerne hätte bzw. von denen man sich Erfolge verspricht. Die Unternehmen und Kursverläufe erstmal beobachten, grundsätzlich nicht alles auf eine einzige Aktie setzen und generell klein anfangen. Korrekturen könnten sich manchmal für einen Neueinstieg eignen oder ein mega Crash am Börsenmarkt. Warum ist die Aktie gerade billig, liegt es am Unternehmen oder am Gesamtmarkt? Auch positive Unternehmensnachrichten können Kurse beflügeln. Das Pulver auf dem Bankkonto muss nicht sofort verschossen werden, denn falls der Kurs weiter runter geht kann bei aussichtsreichen Gelegenheiten mit weiterem Geld nachgekauft werden und damit der Einstandskurs verbilligt werden.

Strategie verfolgen, Flexibilität beibehalten, denn manchmal kann es erforderlich sein rechtzeitig die Reißleine zu ziehen. Eine relativ sichere Methode könnte sein, z.B. im Cash zu bleiben und erst Qualitätsaktien zu kaufen, wenn die Preise am Boden liegen. Bei Wackelkandidaten und fallenden Sternen auf die andere Richtung setzen, da nach unten auch Geld verdient werden kann. Es wäre empfehlenswert, sich über jedes Produkt vor Kauf genau zu erkundigen und das Chancen-Risikoverhältnis abzuwägen. Do your own DD. Bei der Schlussanalyse könnte man zu dem Ergebnis kommen: nur was auf dem Konto ist bzw. realisiert, hat auch Wert.

Zum Schluss noch einige praktische Tipps: Es bietet sich am Anfang immer ein Depot-Vergleich an. Aktien kaufen ist dank moderner Technik so einfach wie noch nie. Interessante Literaturtipps haben wir hier zusammengestellt. Unsere Übersichtsseite Aktien für Einsteiger kann ebenfalls nützlich sein.

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Bildquelle: markteinblicke.de

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