Überraschende E-Auto-Statistik: Deutschland überholt Elektro-Vorreiter Norwegen — aber die Zahl hat einen Haken

E Auto

Norwegen ist bekannt für seine Vorreiterrolle hinsichtlich alternativer Mobilität bekannt – auch dank massiver Förderung von E-Autos. Bis 2025 soll es in dem skandinavischen Land kein Auto mit Verbrennungsmotor mehr auf der Straße geben. In Deutschland ist man von solch einem Ziel weit entfernt. Nun zeigt jedoch eine aktuelle Statistik, dass Deutschland hinsichtlich der Verkaufszahlen für E-Autos mittlerweile vor Norwegen liegt – allerdings hat diese Zahl einen Haken. 

Für den „Electromibility Report 2019“ hat das Center of Automotive Management (CAM) die Neuzulassungszahlen der E-Automärkte in China, den USA, Norwegen, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden für das erste und zweite Quartal 2019 dokumentiert.

Deutschland überholt Norwegen hinsichtlich der absoluten Verkaufszahlen 

Unangefochten an erster Stelle hinsichtlich der absoluten Verkaufszahlen steht China, schon allein aufgrund der Marktgröße. Im ersten Halbjahr diesen Jahres wurden in der Volksrepublik 628.000 E-Autos zugelassen. Die USA rangieren, wie auch im vorherigen Jahr, weiterhin auf Platz Zwei – ebenfalls aufgrund der Größe des Marktes keine Überraschung. Auf den Rängen dahinter wird es allerdings spannender.

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Während Norwegen lange der drittgrößte E-Automarkt war, wird das Land nun von Deutschland auf den vierten Platz verdrängt. Hierzulande wurden der Studie zufolge in den ersten sechs Monaten diesen Jahres insgesamt rund 48.000 E-Autos und Plug-in-Hybride zugelassen. In Norwegen entschieden sich lediglich 44.000 Fahrzeughalter für ein neues E-Auto.

E-Auto-Quote: Norwegen bleibt unangefochtener Vorreiter 

Doch die absoluten Verkaufszahlen täuschen über eine entscheidende Tatsache hinweg. Betrachtet man den Marktanteil, wird deutlich, dass Deutschland weiterhin ordentlich nachziehen, um den Marktanteil für E-Autos weiter auszubauen und sich dahingehend kaum mit Norwegen messen kann.

Während die E-Auto-Quote hierzulande bei gerade einmal 2,6 Prozent liegt –im Vorjahr waren es noch 1,8 Prozent – ist in Norwegen bereits mehr als jedes zweite neu zugelassene Fahrzeug ein E-Auto (56,2 Prozent Marktanteil). Mit dieser Quote bleibt das skandinavische Land im internationalen Vergleich die unangefochtene Nummer Eins.  

Eine weitere Zahl dürfte außerdem vor allem Klimaschützer beunruhigen: Der CAM-Studie zufolge stieg die Quote der zugelassenen Diesel-Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht an. Während 2018 noch 32,1 Prozent der zugelassenen Autos hierzulande mit Diesel-Motor ausgestattet waren, lag der Anteil im ersten Halbjahr 2019 bei 33 Prozent.

„E-Mobilität steht vor Durchbruch“

Insgesamt zeichnet sich in fast allen Ländern mit den wichtigsten E-Auto-Märkten ein Zuwachs ab – lediglich in Großbritannien sind sowohl die absoluten als auch relativen Zahlen für die E-Auto-Branche im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Dafür verantwortlich ist vermutlich vor allem der drohende Brexit, der die Automobilbranche des Landes insgesamt schwächeln lässt. 

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„Die Elektromobilität steht vor dem Durchbruch in den Kernmärkten der Automobilindustrie, wir erwarten dies ab 2020“, sagt der Leiter der CAM-Studie Stefan Bratzel in einer Pressemitteilung zu den Studienergebnissen. Es sei bemerkenswert, dass der E-Fahrzeug-Absatz bereits in der Lage ist, einen allgemein rückläufigen Gesamtmarkt zu bewältigen. „Die Dynamik basiert auf den reinen Elektromarkt-Fahrzeugen, während die Verkaufszahlen von Plug-in-Hybriden derzeit rückläufig sind.“

 

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