Brasiliens Präsident schickt Soldaten zur Bekämpfung von Amazonas-Bränden — und betont, dass es Feuer „überall auf der Welt gibt“

August 17 Amazon fires

  • Nachdem der Druck auf ihn erhöht wurde, entsendet der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro Soldaten, um die Brände im Amazonas-Regenwald aufzuhalten. 
  • In einer Rede sagte Bolsonaro, er werde seine Armee losschicken, um bei der Bekämpfung des Feuers zu helfen. Allerdings beschwerte er sich erneut über die Vorwürfe, er habe zu langsam gehandelt.
  • „Waldbrände existieren überall auf der Welt“, sagte er. Das Ausmaß der Brände befinde sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren auf einem „durchschnittlichen“ Niveau. „Wir befinden uns in einer traditionell heißen und trockenen Saison mit starken Winden und jedes Jahr gibt es zu dieser Zeit Brände“, sagte er. „In heißeren Zeiten treten Brände häufiger auf.“ 
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Nachdem auf internationaler Ebene der Druck auf den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro erhöht wurde, ordnete er am Freitag die Entsendung von Soldaten an, um die Brände im Amazonas-Regenwald zu bekämpfen.

„Der Amazonas-Regenwald ist ein wichtiger Teil unserer Geschichte“, sagte Bolsonaro während einer Rede am Freitag. „Unser Reichtum an Artenvielfalt und natürlichen Ressourcen ist unbezahlbar.“ 

Er sagte allerdings auch, die Feuer, die große Flächen des größten Regenwaldes der Welt zerstören, seien nicht schlimmer als die Brände in den vergangenen Jahren. Er behauptete, dass sich die diesjährigen Brände im Vergleich mit den letzten 15 Jahren im „durchschnittlichen“ Bereich bewegen, berichtete BBC.

„Wir befinden uns in einer traditionell heißen und trockenen Saison mit starken Winden und jedes Jahr gibt es zu dieser Zeit Brände“, sagte er. „In heißeren Zeiten treten Brände häufiger auf.“ 

FILE PHOTO: Brazil's President Jair Bolsonaro speaks during a review and modernization ceremony of occupational health and safety work at the Planalto Palace in Brasilia, Brazil July 30, 2019. REUTERS/Adriano Machado

Bolsonaro wurde von Politikern auf der ganzen Welt dafür kritisiert, dass er zunächst keine Maßnahmen traf, um die Brände in Schach zu halten.

Der französische Präsident Emmanuel Macron schrieb auf Twitter: „Unser Haus brennt. Wortwörtlich. Der Amazonas-Regenwald — die Lungen, die 20 Prozent des Sauerstoffs unseres Planeten produzieren — steht in Flammen. Es ist eine internationale Krise. Teilnehmer des G7-Gipfels, lasst uns diesen Notfall in den zwei Tagen als allererstes besprechen.“

Bolsonaro schrieb daraufhin auf Twitter: „Ich bedaure, dass Macron persönliche politische Vorteile aus einer Angelegenheit ziehen will, die eine interne Sache von Brasilien und anderen Ländern im Amazonasgebiet ist. Der aufmerksamkeitsheischende Ton, den er nutzt, trägt nicht dazu bei, das Problem zu lösen.“

Auch nach der Anordnung der Entsendung seiner Soldaten beschuldigt Bolsonaro politische Führer, die Krise zu nutzen, um ihm eins auszuwischen und sagt, sie könne „nicht als Vorwand für mögliche internationale Sanktionen dienen“. 

„Waldbrände gibt es überall auf der Welt, und das kann nicht als Vorwand für mögliche internationale Sanktionen dienen“, sagte er laut CNN.„Unbegründete Daten und Nachrichten in- oder außerhalb von Brasilien zu verbreiten trägt nicht dazu bei, das Problem zu lösen, und führt nur zu politischem Missbrauch und Fehlinformationen“, fügte er hinzu. 

FILE PHOTO: French President Emmanuel Macron welcomes British Prime Minister Boris Johnson before a meeting on Brexit at the Elysee Palace in Paris, France, August 22, 2019. REUTERS/Gonzalo Fuentes

Politische Führer der G7-Nationen — die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Japan, Italien und Kanada — treffen sich an diesem Wochenende in Frankreich. Macron ist nicht der einzige, der sich dafür einsetzt, eine Lösung für die Brände im Amazonas zu finden. 

Ein Sprecher des britischen Premierministers Boris Johnson sagte: „Wir müssen international handeln, um die Regenwälder dieser Welt zu beschützen“, berichtete CNN. Boris Johnson werde den Gipfel nutzen, um den Fokus darauf zu lenken, „die Natur zu beschützen und gemeinsam den Klimawandel zu bekämpfen“, so der Sprecher.

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter: „Wir sind bereit zu helfen!“ 

Im Amazonas verbrennt pro Minute eine Waldfläche in der Größe von drei Fußballfeldern

Die Brände im Amazonas sind derzeit so schlimm, dass pro Minute eine Fläche in der Größe von drei Fußballfeldern verschwindet. Das geht aus Daten von brasilianischen Satelliten hervor. 

Im Juli hat es laut „Guardian“ die größte Entwaldung innerhalb eines Monats im Amazonas gegeben. Der Regenwald schrumpfte um 1.345 Quadratkilometer — eine Fläche, die ungefähr 23 Mal so groß ist wie die Insel von Manhattan, berichtete „The Guardian“.

Lest auch: Alarmierende Satellitenaufnahmen zeigen die Feuer im Amazonas aus dem Weltall

Ein Großteil der Feuer, die im Amazonas brennen, stammt aus Menschenhand. Landwirte setzen manchmal den Wald in Brand, um mehr Flächen für Viehweiden und Felder zu gewinnen. Diese beabsichtigten Brände können manchmal außer Kontrolle geraten.

Gegenüber CNN sagte der Forscher Alberto Setzer, dass ungefähr 99 Prozent aller Brände im Amazonas von Menschen verursacht wurden, „entweder mit Absicht oder aus Versehen.“

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