Das erste Foto eines Schwarzen Lochs wurde mit einem 3-Millionen-Dollar-Preis ausgezeichnet — es ist atemberaubend

Erstes Bild eines Schwarzen Lochs

  • Da Schwarze Löcher das Licht absorbieren, war es bis zu diesem Jahr fast unmöglich, sie auf einem Foto festzuhalten.
  • Ein Team von Wissenschaftlern veröffentlichte im vergangenen April das erste Foto eines supermassiven Schwarzen Lochs.
  • Für dieses Bild bekamen sie den Breakthrough Prize, der manchmal auch als „Oscar der Wissenschaft“ bezeichnet wird, und drei Millionen US-Dollar.
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Man sagt, dass im Zentrum einer jeden großen Galaxie ein supermassives Schwarzes Loch vorhanden sein soll — ein Ort, an dem die Schwerkraft so stark ist, dass alles, einschließlich Licht, verschlungen wird.

Wie alle Schwarzen Löcher entstehen die supermassiven Schwarzen Löcher, wenn Sterne am Ende ihres Lebenszyklus in sich zusammenfallen. Im Durchschnitt sind sie millionenfach massereicher als die Sonne.

Seit Jahren kämpfen Wissenschaftler darum, ein Schwarzes Loch auf einem Foto festzuhalten, da es durch das fehlende Licht fast unmöglich ist.

Ein wichtiger Meilenstein für die Weltraumforschung

Doch am 10. April veröffentlichte eine Gruppe von Wissenschaftlern der internationalen Event Horizon Telescope Collaboration das allererste Foto eines supermassiven Schwarzen Lochs. Obwohl das Bild unscharf war, war es ein wichtiger Meilenstein für die Weltraumforschung.

Für diese Leistung erhielt das Team nun den Breakthrough Prize 2020, der am 5. September verliehen wurde. Der Preis wurde vor acht Jahren von einem Team von Investoren wie Sergey Brin und Mark Zuckerberg ins Leben gerufen und wird oft als „Oscar der Wissenschaft“ bezeichnet.

Das Team der Event Horizon Telescope Collaboration (EHT) erhält zusammen drei Millionen US-Dollar (2,7 Millionen Euro). Das Geld wird jedoch zu gleichen Teilen unter den 347 Wissenschaftlern der Gruppe aufgeteilt, was pro Person etwa 8.600 US-Dollar (7.700 Euro) entspricht.

Schwarzes Loche hatte wahrscheinlich eine Masse von 6,5 Milliarden Sonnen

Das Bild vom April nahm ein supermassives Schwarzes Loch im Zentrum der Messier 87 Galaxie auf, die etwa 54 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Das Schwarze Loch auf dem Foto hatte wahrscheinlich eine Masse von 6,5 Milliarden Sonnen.

Schwarze Löcher werden durch eine Grenze definiert, die als Ereignishorizont bezeichnet wird: Ein Bereich des Raumes, der so dicht mit Materie ist, dass nicht einmal Licht seiner Schwerkraft entkommen kann. Das erzeugt einen kreisförmigen „Schatten“, in dem das gesamte Licht und die Materie verschlungen werden.

Außerhalb des Ereignishorizonts haben supermassive Schwarze Löcher eine Akkretionsscheibe — Wolken aus heißem Gas und Staub, die im Orbit eingeschlossen sind. Obwohl Wissenschaftler nicht über den Ereignishorizont eines Schwarzen Lochs hinausschauen können, können sie das Gas und den Staub in dieser Scheibe erkennen, da das Material Radiowellen abgibt, die von einem leistungsstarken Teleskop erfasst werden können.

Das haben die Wissenschaftler des EHT in ihrem bahnbrechenden Bild festgehalten.

Supermassives Schwarzes Loch

„Wenn eine Gaswolke dem Schwarzen Loch näher kommt, beschleunigt es sich und erwärmt sich“, sagte Josephine Peters, Astrophysikerin an der University of Oxford, im vergangenen Oktober gegenüber Business Insider. „Es leuchtet umso heller, je schneller und heißer es wird. Irgendwann kommt die Gaswolke so nah, dass der Zug des Schwarzen Lochs sie zu einem dünnen Bogen spannt.“

Für das Foto wurden acht Radioteleskope verwendet

Die EHT-Wissenschaftler sind auf der ganzen Welt tätig — an 60 Institutionen in 20 Ländern. Um das Foto zu machen, arbeiteten sie mit acht Radioteleskopen, die in der Antarktis, Chile, Mexiko, Hawaii, Arizona und Spanien eingesetzt wurden. Sie haben ein Netzwerk von Atomuhren — hochpräzise Zeitmessgeräte, die Milliardstel Sekunden messen können — genutzt, um die Teleskope auf der ganzen Welt zu synchronisieren.

Schwarzes Loch

Das EHT-Projekt fing im Jahr 2006 damit an, Informationen über Schwarze Löcher zu sammeln. Das im April veröffentlichte Bild war das Ergebnis von Beobachtungen, die schon zwei Jahre zuvor angestellt wurden.

„Es fühlt sich an, als würde man auf die Tore der Hölle sehen, am Ende von Raum und Zeit“, sagte Heino Falcke, ein Teammitglied von Event Horizon Telescope, als das Foto im April veröffentlicht wurde.

Dieser Artikel wurde von Claudia Saatz aus dem Englischen übersetzt.

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