Das „Höhle der Löwen“-Startup Stickerstars druckt Sammelalben für Amateurspieler — und lässt Hobbykicker wie Profis aussehen

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Nicht jedes Kreisligatalent schafft den Sprung in die Bundesliga, doch mit Michael Janeks Erfindung wird der Traum vom Fußballstar wenigstens auf Papier wahr: Sein Unternehmen Stickerstars druckt Sammelalben und Spielerkarten für Amateurvereine — und lässt Hobbykicker damit aussehen wie die Cristiano Ronaldos und Lionel Messis des Profifußballs.

Am Dienstagabend tritt er mit seinem Startup in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ auf. Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg.

Stickerstars druckt Sammelalben für kleine Vereine

Angefangen hat alles im Jahr 2012 mit Janeks Heimatverein TSV Aidhausen, dem Fußballclub des gleichnamigen 1.800-Seelen-Dorfes in Unterfranken. „Die ersten Alben haben wir in der Turnhalle verkauft, in der ich als Kind selbst geturnt habe“, sagt der 35-jährige Gründer zu Business Insider. Die Idee schlug ein: In einem Video von damals drängen sich Jung und Alt um den provisorisch aufgebauten Verkaufstisch des Vereinsvorstands, sogar das lokale Fernsehen berichtete.

Inzwischen hat das Startup nach eigenen Angaben mehr als 600 Vereine und 300.000 Spieler in Print verewigt. „Ob für die Feuerwehr, den Fußball-, Handball- oder Karnevalsverein: Wir bieten die Stickeralben für alle Arten von Gemeinschaften an“, sagt Janek.

Einzige Voraussetzung: Damit es sich lohne, müsse der Verein mindestens 250 Personen im Album abdrucken. In Zukunft wolle man aber auch ein Album für kleinere Gruppen anbieten, etwa für Hochzeitsgesellschaften.

Stickerstars kooperiert mit Rewe, Edeka, Aldi und Co.

stickerstars kleber

Seit dem ersten verkauften Album für den TSV Aidhausen vor sieben Jahren hat sich auch der Vertrieb weiterentwickelt. Das Startup hat mittlerweile ein Büro mit 27 Mitarbeitern in Berlin eröffnet. Der provisorische Verkaufsstand ist gewichen, stattdessen kooperiert Stickerstars mit den örtlichen Supermarktketten, beispielsweise Edeka, Rewe, Aldi und Real.

Die Packung mit jeweils fünf Amateur-Aufklebern kostet dort im Verkauf 90 Cent, das dazugehörige Album gibt es für zwei Euro.

„Für die Vereine ist das Angebot komplett kostenlos — sie können damit sogar Einnahmen erzielen“, sagt Janek. Die Kosten für das Design, das Fotoshooting und den Druck würden einerseits durch die Verkaufserlöse finanziert: Die Einnahmen der Stickerpacks gehen zu 100 Prozent an Stickerstars, die Erlöse für die Alben erhält wiederum der Verein.

Dabei verdient vor allem das Startup: Wer ein Album mit 250 Spielern voll bekommen will, muss mindestens 45 Euro für 50 Stickerpackungen ausgeben — vorausgesetzt, man tauscht eins zu eins.

Neben den Einnahmen für die Aufkleber verdient Stickerstars an den Gebühren für die exklusiven Vertriebsrechte in Höhe von 4.000 Euro, die es von den örtlichen Supermarktketten verlangt. Die Märkte würden die Summe in der Regel als Marketingausgabe verbuchen, um noch mehr Kunden in den Laden zu locken, so Janek.

Startup will 800.000 Euro bei „Die Höhle der Löwen“

stickerstars porträtBis heute hat Stickerstars nach eigenen Angaben knapp 50 Millionen Sticker verkauft — dabei wäre das Startup nach dem zweiten Jahr fast Pleite gegangen. Das Team um Michael Janek hatte damals bei einem stadtweiten Stickeralbum in Essen alles auf die Vereine gesetzt und sich verkalkuliert. Zwei private Investoren retteten das Startup mit frischem Kapital in Höhe von 100.000 Euro, das Team richtete das Geschäftsmodell neu aus, seitdem geht es wieder bergauf.

Von „Die Höhle der Löwen“ verspricht sich Janek nun, die Marke weiter bekannt zu machen. „Wir haben bisher kaum Werbung gemacht, daher wäre Georg Kofler mit seiner Marketingexpertise interessant für uns. Oder Ralf Dümmel, der sehr gute Handelskontakte hat“, sagt der Gründer.

Von den Löwen will Janek ein Investment von 800.000 Euro einwerben und bietet dafür zehn Prozent der Unternehmensanteile — das ergibt eine Bewertung von acht Millionen Euro. Für die Löwen ist das verhältnismäßig viel. Bisher kam es in den sechs Jahren der Sendung nur fünf Mal vor, das ein Deal an der Millionenmarke kratzte.

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