Nach Geiselnahmen-Krimi und Millionen-Überlebenskampf: weltältester Reiseveranstalter stellt Betrieb ein

Thomas Cook muss die Notbremse ziehen.Dass es dem britischen Reiseveranstalter Thomas Cook gar nicht gut ging war schon lange kein Geheimnis mehr (LEADERSNET berichtete). Über das vergangene Wochenende hat sich die Lage aber nocheinmal deutlich zugespitzt,  spätnachts kamen Meldungen auf, dass der Veranstalter seinen Betrieb ganz einstellen muss. Diesen News gingen Berichte zuvor, denen zufolge einige Hotels Urlauber, welche ihren Aufenthalt über den tief in der Krise steckenden Veranstalter gebucht hatten, als “Geiseln” festhalten würden. Der Hintergrund: Thomas Cook ist mit Zahlungen im Rückstand, die Hotels wollten die Urlaubenden ein zweites Mal zur Kasse bitten. 

Diese Sachlage ist ein erschreckendes Testament für die gravierenden finanziellen Probleme des Reiseveranstalters, der  dringend zusätzliche Mittel für Sanierungspläne benötigt. Es ist von Aufwendungen in Höhe von rund 227 Millionen Euro die Rede, die sehr schnell bereitgestellt werden müssten, um Thomas Cook zu retten. Betroffen von der Misere des Veranstalters sind derzeit nämlich gut 600.000 Urlauber, die weltweit zu stranden drohen, sollte es zu keiner Last-Minute-Einigung kommen.

Bis zum Schluss: “Haben noch nicht aufgegeben”

Noch am Samstag hieß es aus Verhandlungskreisen, dass Thomas Cook mit der Beschaffung der dringend benötigten Gelder von privaten Investoren gescheitert war. Um einen Bankrott abzuwenden setzte der Konzern seine Hoffnungen auf Hilfe seitens der britischen Regierung. “Wir haben noch nicht aufgegeben”, wurde eine mit den Verhandlungen vertraute Person zitiert. Der Konzern, dessen größter Aktionär die chinesische Fosun-Gruppe ist, betreut jährlich 19 Millionen Reisende.

Am Sonntagabend dann kam die nächste Hiobsbotschaft: im Netz tauchten Videos auf, die den Schweizer Firmenchef Peter Fankhauser zeigen wie in der Londoner Innenstadt eine Rechtsanwaltskanzlei verlässt. Schweigend und mit ernstem, gesenktem Blick passiert er die wartenden Journalisten und ignoriert deren Fragen.

Den ganzen Tag über hatte der Reisekonzern verzweifelt versucht, eine drohende Pleite abzuwenden. Die Führungsspitze des Konzerns verhandelte mit Banken, Gläubigern und der Regierung in London, ob noch eine Rettung von Europas zweitgrößtem Touristikkonzern gelingt. Über die Ergebnisse der Verhandlungen wurde vorerst nichts bekannt.

www.thomascook.de

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