Boris Johnsons Partei erhielt viel Geld von Spendern mit engem Draht zum Kreml

Boris Johnson

  • Die konservative Partei von Boris Johnson hat Zuwendungen von neun russischen Spendern erhalten, die Verbindungen in den Kreml haben sollen.
  • Das belegt öffentliches Gutachten, das der Premierminister unter Verschluss halten wollte vor den anstehenden Wahlen.
  • Details des Reports belegen, dass die Tories Beziehungen zu russischen Oligarchen aus London unterhalten, die Verbindungen zur russischen Sicherheitsdiensten haben.
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Die konservative Partei des britischen Premierminister Boris Johnson hat hohe Zuwendungen von neun russischen Spendern bekommen. Sie alle tauchen in einem Bericht des Ausschusses für Sicherheit und Nachrichtendienste des britischen Parlaments auf, der russische Angriffe auf die britische Demokratie untersucht, berichtet die „Sunday Times“.

Der Bericht sollte diese Woche veröffentlicht werden, wurde aber von Johnson ausgebremst, weil er Sorge hatte, dass der Bericht seine Siegeschancen bei der kommenden Wahl eintrüben könnte.

Einer der russischen Spender ist Alexander Temerko. Er hat für das russische Verteidigungsministerium gearbeitet und wird von Johnson als „Freund“ bezeichnet. Temerko hat mehr als 1,2 Millionen Pfund an die Tories gespendet in den letzten sieben Jahren.

160.000 Pfund für ein Tennismatch mit Johnson und Cameron

Lubov Chernukhin taucht auch auf in dem Bericht. Sie ist mit einem ehemaligen, engen Verbündeten von Wladimir Putin verheiratet, Wladimir Cernukhin. Sie bezahlte einmal 160.000 Pfund für ein Tennismatch mit Johnson und dem ehemaligen Premierminister David Cameron. Im letzten Jahr hat Chernukhin 450.000 Pfund an die Konservativen gespendet.

In dem Bericht kommt auch der ehemalige russische Spion Alexander Lebedev vor, der heute die britische Tageszeitung „Evening Standard“ und andere unabhängige Zeitungen besitzt. Sein Sohn Evgeny ist ein enger Freund von Johnson und lud den Premierminister öfter auf sein Schloss in Italien ein, als dieser noch Londons Bürgermeister und später Außenminister war. Viele sorgten sich um Johnsons Anwesenheit bei diesen Partys, denn sie boten bestimmten Akteuren Anlässe, später Vorhalte gegen den Politiker in der Hand zu haben und ihn damit zu erpressen.

Die Verbindungen zum russischen Geheimdienst FSB sind erstaunlich

Johnsons Privatleben war ein potentielles Sicherheitsrisiko. Deswegen sagte ein Kabinettsmitglied der ehemaligen Premierminister Theresa May der „Sunday Times“: „es gibt die Gefahr, dass jemand etwas über ihn an die Öffentlichkeit spielt oder ihn versucht mit dem Material zu erpressen.“

Quellen, die den Bericht gesehen und mit der „Sunday Times“ gesprochen haben, sagen, dass dessen Veröffentlichung verhindert wurde, weil darin direkte Verbindungen zwischen den Spendern der konservativen Partei und dem Sicherheitsapparat der russischen Regierung benannt werden.

„Es ist einfach erstaunlich, wie eng die Verbindungen dieser Leute zum FSB (russischer Geheimdienst) sind,“ sagte eine Quelle der Times.

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