Flughafen-Vorstand ist “Logistik-Manager 2019”

Wochenzeitung “Verkehr” hat die Logistiker des Jahres ausgezeichnet.

Am Mittwoch fand zum achten Mal die Logistik-Wahl der Internationalen Wochenzeitung Verkehr statt. In der futuristisch anmutenden ÖAMTC-Mobilitätszentrale in Wien wurden den Gewinnern in einem feierlichen Rahmen und vor einem vollen Saal von über 200 Gästen aus der österreichischen und europäischen Transport-und Logistikwirtschaft die Auszeichnungen für den Logistik-Manager, das Logistik-Start-up und die Logistik-Marke (in der Kategorie “Kontraktlogistik”) des Jahres überreicht.

Hohes Niveau in Österreich

In seiner Eröffnungsrede betonte Verkehrsminister Andreas Reichhardt die große Bedeutung der österreichischen Logistikbranche, in der 400.000 Menschen direkt und indirekt beschäftigt sind. Sie sei das Rückgrat der heimischen Exportwirtschaft, wie der Bundesminister unterstrich. Die heimische Exportquote liegt bei 52 Prozent

Um diese Exportwaren in die ganze Welt transportieren zu können, ist großes logistisches Know-how unverzichtbar, und genau dieses liege in Österreich auf einem hohen Niveau, hob Andreas Reichhardt hervor: “Die Digitalisierung und Dekarbonisierung sind zwar für die Logistiker eine große Herausforderung, aber jeder Verkehrsträger hat seine Zukunft.” Das Ministerium habe die Aufgabe, Angebote und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Akteure der Logistikbranche gut arbeiten können.

Günther Ofner gewinnt

Zum Logistik-Manager des Jahres 2019 haben die Leser und der Fachbeirat der Internationalen Wochenzeitung Verkehr Günther Ofner, Mitglied im Vorstand des Flughafens Wien, gewählt. Damit ging die Auszeichnung an einen Mann, “der als Manager in herausragender Weise für die infrastrukturelle Weiterentwicklung des Wiener Flughafens verantwortlich zeichnet. Ofner hat wesentlich dazu beigetragen, dass dem Airport die Rolle eines wichtigen Gateways zukommt – und das nicht nur für den Passagierverkehr, sondern auch im Luftfrachtbereich”, so die Begründung.

Ofner setzte sich als Gewinner gegen die beiden weiteren nominierten Kandidaten AV Logistic Center-Chefin Ursula Schibl und UnitCargo-Geschäftsführer Davor Sertic durch. “Unser Logistik-Herz pulsiert inmitten der großen Verkehrsadern A4 und A21, also unabhängig von Staus, im Wiener Simmering. Durchflutet von jeder Menge Öko-Dienstleistungen”, so Schibl. “Bei uns stehen die Menschen immer im Mittelpunkt. Leistung und Einsatz für die Kunden unter Rücksichtnahme auf Nachhaltigkeit und Umwelt erbringen wir tagtäglich in ganz Österreich.”

© LEADERSNET/Golab
AV-Geschäftsführerin Ursula Schibl © LEADERSNET/Golab

Das AV Logistic Center wurde in den 60er Jahren mit 400 Quadratmetern Lagerfläche in der Linzer Straße in Wien Penzing gegründet. Heute ist das Unternehmen auf 5.000 Quadratmetern in der Schusslinie 5 in Simmering. Schibl: “Seit Juli 2017 produzieren wir mit einer Photovoltaikanlage eigenen, sauberen Strom. Für Verpackungskartonagen und Füllmaterialien werden ausschließlich ausgewählte Recyclingprodukte verwendet. Der gesamte verwertbare Abfall wird nur an geprüfte Recyclingfirmen übergeben.”

Logistik-Start-up des Jahres kommt aus Berlin

Zum Start-up des Jahres 2019 wurde FreightHub aus Berlin gekürt. Bei dem jungen Unternehmen handelt es sich um eine digitale Spedition, das den Fokus auf die Asien-Europa-Route legt. Die Kombination aus Technologie-und Logistik-Know-how macht das Alleinstellungsmerkmal dieses Unternehmens aus. Die beiden anderen Nominierten waren das Logistik-Start-up Ono, saubere, lärmarme Zustellfahrzeuge für die City-Logistik entwickelt sowie das Unternehmen TruckJobs, das eine Jobbörsefür Lkw-Fahrer entwickelt hat.

Zur Logistik-Marke des Jahres wurde heuer in der Kategorie Kontraktlogistik an Quehenberger Logistics gekürt. Die beiden weiteren nominierten Marken waren DB Schenker und Duvenbeck. Im Zuge der Logistik-Wahl 2019 wurden drei neue Partner für die heimische Dachmarke “Austrian Logistics” mit Montan Terminal Kapfenberg, DPD Austria, Gebrüder Weiss und ein Markenmultiplikator Logistics Research Austria aufgenommen. Die Überreichung der Ernennungen erfolgte durch Verkehrsminister Andreas Reichhardt.

Mit der Dachmarke “Austrian Logistics” will das Ministerium gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich, der Bundesvereinigung Logistik Österreich, dem Verein Netzwerk Logistik, der Industriellen Vereinigung und dem Zentralverband Spedition & Logistikden Stellenwert der Logistik in Österreich in der breiten Öffentlichkeit stärker ins Bewusstsein rufen und gleichzeitig einen wichtigen Wirtschaftszweig über die Grenzen hinweg promoten. Derzeit sind mehr als 30 Unternehmen Markenpartner von Austrian Logistics.

Die Schokoladenseite der Logistik

Prominenter Redner des Abends war Chocolatier Josef Zotter, der im steirischen Riegersburg mehr als 500 verschiedene Schokoladen-Sorten produziert und dafür Rohstoffe aus aller Welt bezieht. Für Zotter spielt Fairtrade eine wichtige Rolle, und bei der Logistik beschreitet er teilweise alternative Wege.

Keine Schokolade ohne Kakao, den Zotter beispielsweise aus Mittelamerika bezieht und diesen vermehrt mit Segelschiffen nach Europa transportieren lassen will. Denn: Kakao entwickele seinen vollen Geschmack erst nach sechs Monaten und sollte erst dann verarbeitet werden. Daher dürfen die Bohnen durchaus eine längere, emissionsneutrale Fahrt per Segelschiff unternehmen, erklärte Zotter abschließend.

Unter den Gästen wurden unter anderem der niederländische Botschafter Aldrik Gierveld, WKO-Bundesspartenobmann Transport und Verkehr Alexander Klacska, Post-Vorstand Peter Umundum, Verlag Holzhausen-Eigentümerin Gabriele Ambros, Frauenthal Holding-Geschäftsführer Wolfgang Knezek, ÖBB Infrastruktur-Geschäftsbereichsleiterin Terminal Service Austria Renate Glisisc, Rewe-Head of Logistics Andreas Bayer, Frau in der Wirtschaft Wien-Landesvorstand Martina Denich-Kobula, Zentralverband Spedition & Logistik-Geschäftsführer Oliver Wagner, Bundesvereinigung Logistik Österreich-Präsident Roman Stiftner, ÖAMTC Fahrtechnik-Chef Karl-Martin Studener, Transdanubia Spedition-Geschäftsführer Kurt Leidinger und Siemens Österreich-Head of Supply Chain Management Peter Hinteregger gesehen.

Wer sonst noch mit dabei war, sehen Sie in unserer Fotogalerie. (red)

www.verkehr.co.at

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