So bereitet ein Ex-Fallschirmjäger Schauspieler auf Kriegsfilme vor

1917

Wer realistische Kampfszene drehen möchte, benötigt detailliertes technisches Know-how.

Paul Biddiss, arbeitete als militärtechnischer Berater für den bald erscheinenden Kriegsfilm „1917“. Er brachte den Schauspielern alles bei, was sie für eine authentische Umsetzung wissen mussten – von der richtigen Fußpflege bis zum Halten einer Waffe. „Dadurch konnten sich die Darsteller auf ihre Hauptaufgabe konzentrieren. Die Schauspielerei!“, so Biddiss gegenüber Insider.

Der ehemalige Fallschirmjäger hat bereits an mehreren Projekten mitgewirkt. „Von großen Napoleonischen Schlachten, über den Ersten und Zweiten Weltkrieg, bis hin zu modernen Kämpfen mit Spezialeinheiten“, sagte Biddiss.

Hier könnt ihr sehen, wie er die Darsteller von „1917“ auf Szenen, die den Ersten Weltkrieg zeigen, vorbereitet hat.

Dieser Artikel wurde von Lea Kreppmeier aus dem Englischen übersetzt und angepasst.

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Biddiss war 24 Jahre beim britischen Militär, bevor er beim Film Karriere machte.

Biddiss begann seine Filmkarriere als Nebenrolle im Film „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“.

Seitdem hat er an Projekten wie „Mission: Impossible Rogue Nation“, „Catherine the Great” von HBO und „The Crown“ mitgewirkt.

„Ich sage immer, dass die militärische Filmberatung zu 60 Prozent aus Forschung und zu 40 Prozent aus eigener militärischer Erfahrung besteht“, schrieb Biddiss in einer E-Mail an Insider.

Vor jedem Film besorgt er sich authentische Trainingshandbücher, die dem jeweiligen Konflikt entsprechen.

„Ich möchte zunächst den Rekrutierungs- und Ausbildungsprozess, die Rangstruktur und die Einstellung zwischen den ordentlichen Rängen und den Offizieren verstehen“, sagte er. „Das hilft mir, die Kämpfe und Taktiken der Männer besser zu verstehen und was ihnen damals durch den Kopf gegangen sein muss.“

Mit diesem Wissen kann er anschließend ein, dem Konflikt angemessenes und für die Darsteller sicheres, Trainingsprogramm entwickeln – auch wenn ihm meist die Vorbereitungszeit dafür fehlt.

„Als ich damit beauftragt wurde, 500 Nebendarsteller für [den Film] „Krieg und Frieden“ [von BBC] auszubilden, hatte ich nur drei Tage Zeit, um die napoleonische Kriegsführung zu untersuchen und ein sicheres strukturiertes Trainingsprogramm vorzubereiten, bevor ich nach Litauen flog, um die Männer vor einer großen Kampfsequenz auszubilden.“

Das Training zu „1917″ begann bei Null.

„Zuerst brachte ich George [MacKay] und Dean [Charles Chapman] bei, wie wichtig es ist, dass sie sich täglich um ihre Füße kümmern“, erklärt Biddiss und bezieht sich dabei auf zwei Darsteller des Filmes. „Rekruten wird das heute noch beigebracht.“

Grabenfuß, auch Immersionsfuß genannt, war eine sehr häufige Erkrankung im Ersten Weltkrieg. Sie wird meist durch nasse, kalte und unhygienische Bedingungen verursacht und kann vermieden werden, indem man seine Füße trocken und sauber hält. Unbehandelt kann sie allerdings zu Wundbrand und Amputation führen.

„Die Jungs trugen authentische alte Stiefel, liefen und rannten den ganzen Tag im nassen Schlamm und wenn sie nicht früh genug angesprochen worden wären, hätten sie am Set große Probleme bekommen“, sagt Biddiss. „Ich habe ihnen beigebracht, wie man die Stellen an den Füßen erkennt, an denen die Stiefel gerieben haben. Wie man diese Stellen überklebt, um Blasen zu vermeiden und dass man bei jeder Gelegenheit Talk aufträgt und saubere Socken anzieht.“

Oft fordern Kampfszenen viel von den Darstellern.

„Die meisten Tage trainiere ich, um in Form zu bleiben“, so Biddiss gegenüber Insider.

„Es macht keinen guten Anschein, wenn man ein Militärberater ist und Übergewicht mit sich herumträgt. Es würde mir im Traum nicht einfallen, einen Schauspieler zu bitten, etwas zu tun, zu dem ich physisch selbst nicht in der Lage wäre”, erklärt Biddiss.

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