Konkurrenz für Starbucks in China: Diese Coffeeshop-Kette wächst viel schneller als der US-Gigant

Starbucks bekommt in China Konkurrenz - von einem lokalen Angreifer.

  • Wie das Börsenmagazin „Der Aktionär“ berichtete, wird die amerikanische Kaffeekette Starbucks in China von einem schnell wachsenden Konkurrenten überholt.
  • Luckin Coffee wurde 2017 in Peking gegründet und hat in China mehr als 4.000 Filialen – so viel, wie Starbucks in den letzten zwei Jahrzehnten in dem Land aufgebaut hat.
  • Obwohl Luckin im vergangenen Jahr noch mehr Verlust als Gewinn gemacht hat, gehen Analysten von Morgan Stanley davon aus, dass der chinesische Kaffeekonzern ab dem dritten Quartal 2020 profitabel sein könnte.
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Der amerikanische Kaffee-Gigant Starbucks wird in China zunehmend von einem Konkurrenten verdrängt. Wie das Börsenmagazin „Der Aktionär“ berichtet, entwickelt sich das chinesische Kaffee-Unternehmen Luckin Coffee rasend schnell und hat zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlich mehr Filialen in China als Starbucks.

Das muss bitter sein: Obwohl Starbucks den Kaffee zur Jahrtausendwende überhaupt erst nach China gebracht hat, wird der Konzern nun von einem erst neuen Unternehmen übertrumpft.

Ungefähr 20 Jahre lang baute sich Starbucks etwa 4.000 Filialen in China auf. Luckin Coffee entstand im Jahr 2017 in Peking und expandiert seit diesem Zeitpunkt rasend schnell. Das Unternehmen brauchte nur knapp zwei Jahre, um die Anzahl an Filialen zu erreichen, die Starbucks in dem Land hat. Und nicht nur das: Die Zahl der Geschäfte steigt stetig an — jeden Tag kommen etwa neun weitere Filialen zu den bereits bestehenden hinzu. Starbucks wächst ebenfalls schnell, errichtet aber nur alle 15 Stunden ein weiteres Geschäft.

Die Konkurrenten verfolgen verschiedene Vorgehensweisen

Obwohl Luckin der wohl größte Konkurrent von Starbucks in China ist, verfolgt das Kaffee-Unternehmen eine ganz andere Strategie als der amerikanische Konzern.

Während Starbucks viel Wert darauf legt, dass die Kunden eine ihrer Filialen als ihr zweites Zuhause ansehen, setzt Luckin eher auf eine schnelle Abwicklung des Bestellvorgangs. Wie „Der Aktionär“ berichtete, lässt sich das Ambiente eher mit dem eines Kiosks beschreiben.

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Derzeit bietet Luckin neben regulärem Kaffee auch Tee an – keine ausgefallenen Kreationen wie Starbucks. In der nächsten Zeit soll das Angebot noch auf Säfte ausgeweitet werden.

Darüber hinaus werden die Luckin-Coffee-Filialen meist in Gegenden mit vielen Büroangestellten errichtet. Diese können sich ihren Kaffee dann über das Internet vorbestellen und ihn mit dem Smartphone bezahlen. Das verhindert langes Anstehen und ist für die Kunden bequemer. Starbucks hat sich dieser Idee mittlerweile angeschlossen und bietet in China ebenfalls einen Lieferservice an.

Luckin Coffee-Aktie übertrifft alle Erwartungen

Das Luckin Coffee-Konzept scheint auch bei der Öffentlichkeit gut anzukommen — vom ersten bis zum dritten Quartal 2019 stieg die Anzahl der Kunden pro Filiale um 22 Prozent .

Das Geschäftsmodell ist aber nicht ganz billig. Im vergangenen Jahr machte das chinesische Kaffee-Unternehmen mehr als doppelt so viel Verlust wie Gewinn. Die Entwicklungen zeigen allerdings, dass sich das bereits geändert hat. Im letzten Quartal machte der Konzern fast 198 Millionen Euro Umsatz und nur noch knapp 68 Millionen Euro Schulden. Laut einer Analyse von Morgan Stanley, müsste Luckin Coffee seine Schulden ab dem dritten Quartal 2020 abhaken können und profitabel sein.

Die Aktie des chinesischen Kaffee-Unternehmens übertrifft darüber hinaus alle Erwartungen. Seit Beginn des Monats ist sie bereits über 60 Prozent gestiegen. Die Starbucks-Aktie steigt ebenfalls stetig, allerdings nicht mehr so rasant wie die von Luckin Coffee. Dennoch konnte die Aktie des amerikanischen Konzerns von Beginn 2019 bis August einen Kurszuwachs von 60 Prozent verzeichnen.

Expansion in die USA ist nicht ausgeschlossen

Starbucks lässt sich von Luckin aber nicht einschüchtern. Das Unternehmen hatte auch in den vergangenen Jahren mehrere Konkurrenten und konnte aufgrund von neuen Trends und Kaffeekreationen trotzdem immer weiter expandieren. Ab dem nächsten Jahr will das Unternehmen eine weitere Neuerung einführen: die Bezahlung per Bitcoin.

Wie es mit Luckin Coffee weiter gehen wird, bleibt abzuwarten. Der Finanzchef Reinout Schakel schließt eine weitere Expansion in die USA jedenfalls nicht aus.

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