7 erfolgreiche Freiberufler, Unternehmer und Angestellte verraten, wie sie es schaffen, um die Welt zu reisen, ohne ihre Jobs zu kündigen

Reisen

Viele Menschen reizt die Idee, eine lange Reise zu machen. Aber wenn ihr euch nach eurem Schulabschluss kein Jahr Zeit genommen habt, oder nicht während oder nach der Uni mit dem Rucksack durch Südost-Asien gereist seid, dann fühlt es sich für euch vielleicht so an, als hättet ihr die Chance verpasst.

Wenn ihr nicht in einem Bereich arbeitet, der das digitale Nomadentum mit sich bringt und ihr nicht für den Rest eures Lebens aus einem Koffer leben wollt, dann steckt ihr bis zu eurem Ruhestand beim Reisen bei zwei Wochen Urlaub im Jahr fest. Stimmt’s?

Nicht unbedingt.

Tatsächlich gibt es mehr Möglichkeiten als die beiden oben genannten Optionen. Das kenne ich aus erster Hand von meinem eigenen Leben. Vergangenes Jahr habe ich mir ein Jahr „Pause“ von meiner Karriere genommen, um zu reisen. Um das besser zu verdeutlichen, teile ich die Geschichten von anderen Berufstätigen — vom Vertriebsberater über die Tech-Mitarbeiterin bis hin zur Friseurin — sie alle haben es geschafft, das Reisen zum Teil ihres Lebens und ihrer jeweiligen Karriere werden zu lassen. Einige von ihnen sind selbstständig, andere sind Freiberufler und einige sind Angestellte in Vollzeit, die kreative Wege gefunden haben, um sich monatelange Reisen zu ermöglichen.

Wenn sie das können, warum solltet ihr es dann nicht auch können? Hier findet ihr als Anregung einige Ideen.

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1. Fragt nach einer Verlegung an einen anderen Ort.

Ana Christina hat in San Francisco und New York Karriere gemacht, aber immer davon geträumt, im Ausland zu leben. In einem (wie sie es nennt) „jetzt oder nie“-Moment schaute sie bei der Jobbörse ihres Arbeitgebers nach Jobmöglichkeiten im Ausland.

„Ich bin für ein breites Spektrum an Jobs und Orten offen gewesen“, erklärt sie. Schließlich bekam sie einen neuen Job als Werbevideo-Spezialistin bei ihrem Arbeitgeber, einem bedeutenden Tech-Unternehmen, in Dublin in Irland.

Sie liebte es, in der europäischen Stadt zu leben. Durch den Umzug konnte sie zudem deutlich mehr reisen als in den Vereinigten Staaten. „Als Teil eines globalen Unternehmens habe ich die Flexibilität, von externen Büros aus zu arbeiten und mir einige Tage zum Erkunden zu nehmen“, sagt sie. In den vergangenen zwei Jahren war sie in 30 neuen Ländern und hakte Dinge von ihrer Bucket-Liste ab. So lief sie zum Beispiel den Berlin-Marathon.

Natürlich müsst ihr, wenn ihr weit weg von Zuhause wohnt, auch Kompromisse eingehen. „Ich habe einen bequemen Lebensstil geopfert und war nicht mehr so nah bei meiner Familie und meinen Freunden. Und ich habe eine erhebliche Gehaltskürzung hingenommen“, sagt sie. „Aber im Gegenzug habe ich Menschen aus aller Welt getroffen, habe die Wichtigkeit von Unabhängigkeit gelernt und ich halte mich selbst nun für viel anpassungsfähiger, neugieriger und aufgeschlossener.“

Wenn ihr bei einem großen Weltkonzern arbeitet, dann besteht die Chance, dass ihr ähnliche Möglichkeiten habt. Wenn ihr nicht bereit seid, euer Leben komplett umzustellen, könnt ihr nach kürzeren Einsätzen im Ausland schauen — ihr könntet zum Beispiel jemanden während seiner Elternzeit vertreten oder ein Team in besonders stressigen Zeiten unterstützen.

Als Nicholas Granzella, ein Notfallmediziner mit Hauptwohnsitz in Washington (und mein Bruder), für einen seiner ehemaligen Arbeitgeber arbeitete, bekam er die Möglichkeit, für einen Monat in Sun Valley im US-Bundesstaat Idaho eingesetzt zu werden, um während der Ski-Saison auszuhelfen. „Es war eine Win-Win-Situation — ich konnte einen Platz füllen, der benötigt wurde und es hat mir ermöglicht, ein großartiges neues Reiseziel zu entdecken (und dort Ski zu fahren!)“, sagt er. „Es war eine lebensverändernde Reise.“

2. Macht ein Sabbatical.

Auch Karina Portuondo, Creative UX Writer, wollte im Ausland leben und hatte einen internationalen Transfer mit ihrem Arbeitgeber, einem Technikunternehmen, organisiert. Doch ein paar Monate bevor sie eigentlich hätte gehen sollen, organisierte sich ihr Team neu und bat sie, in ihrer Rolle in San Francisco zu bleiben.

„Ich hatte mich zu dem Zeitpunkt schon auf die Veränderung in meinem Leben eingestellt und meinen Mietvertrag gekündigt“, erklärt sie. Also verhandelte sie mit ihren Vorgesetzten, stattdessen ein dreimonatiges Sabbatical zu machen.

Portuondo nutzte die Erfahrung, um Tansania, Marokko, Spanien, die Niederlande, Belgien, Italien, Luxemburg, Ungarn und Tschechien zu erkunden. Das Sabbatical war unbezahlt, aber die Pause hat sich für sie gelohnt: „Ich musste alles regeln, bevor ich gegangen bin, mit all den dokumentierten Plänen und den Kontakten für all meine Projekte“, sagt sie. Aber als sie dann ging, wurde nicht von ihr erwartet, dass sie sich im Büro meldete.

Während das Unternehmen so etwas üblicherweise nicht anbietet, macht es unter bestimmten Umständen Ausnahmen. Portuondo ist froh, den Antrag gestellt zu haben und ermutigt andere, dasselbe zu tun — selbst, wenn es keine übliche Praxis in der Firma ist. „Wenn ich nicht gefragt hätte, hätte ich es nicht machen können“, sagt sie. „Mein Rat ist es also, ein günstiges Timing abzuwarten und es zu tun.“

Myam Yusuf hat jeden Januar frei

Myam Yusuf wohnt in Seattle und arbeitet als Friseurin im Salon Antonio. Sie plant jeden Januar Sabbaticals — sie ist in den vergangenen drei Jahren schon nach Sansibar, Tansania und Bali gereist. In einer Branche, die von Kundeninteraktionen abhängig ist, haben viele Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind wie sie, das Gefühl, dass sie keine längere Pause machen können. Sie hat es geschafft, indem sie sich eine Zeit ausgesucht hat, in der weniger los ist.

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„Meine Kunden wissen jetzt, dass sie damit rechnen müssen, dass ich zu dieser Zeit des Jahres weg bin und können dementsprechend planen“, sagt sie. „Ich erkläre meinen Kunden, dass ich mir etwas Zeit zur Selbstfürsorge nehmen muss, um mich zu erholen und mit einem frischen Blick wieder gut starten zu können, wenn ich zurückkomme. Das gibt ihnen auch die Möglichkeit, gespannt darauf zu warten, was ich zu erzählen habe, wenn ich sie im neuen Jahr wiedersehe.“

Ihr Chef war dabei sehr unterstützend. „Er ist ein Befürworter davon, sich Zeit zum Entdecken zu nehmen. Es war also einfach, sobald ich es deutlich genug gemacht habe.“

3. Arbeitet freiberuflich, um eure Zeit frei einteilen zu können.

Eine der üblichsten Wege, um reisefreundlich planen zu können, ist es, als Freiberufler zu arbeiten oder an Consulting-Projekten mitzuwirken. Dann habt ihr die Freiheit, von dort aus zu arbeiten, wo ihr möchtet. Ihr müsst nicht jeden Tag ins selbe Büro gehen.

Peter Brooks hat diesen Wechsel vor einigen Jahren gewagt und seinen Vollzeitjob hinter sich gelassen, um 28th & Foster, eine wachsende Marketingsberatungsfirma für Startups im frühen Stadium, zu gründen. Er trifft seine Klienten persönlich, wenn es nötig ist, aber ansonsten hat er die Freiheit, seinen Job aus der Ferne zu machen. Den Vorteil nutzt er so oft wie möglich.  „Normalerweise bin ich mindestens eine Woche im Monat von Zuhause weg, manchmal länger“, teilt er mit.

Zeitunterschiede als Herausforderung

Das bedeutet aber nicht, dass Brooks irgendwo am Strand entspannt. Er sagt, dass er etwa 60 Stunden die Woche arbeitet. „Ich arbeite meistens 100 Prozent der Zeit, die ich im Ausland bin — sei es, dass ich das Büro eines Kunden vor Ort besuche oder von extern arbeite“, sagt er. Insgesamt sei alles gut, solange er seinen Laptop und eine stabile Internetverbindung habe, meint er. Allerdings können die Zeitunterschiede eine Herausforderung sein, fügt er hinzu.

„Viele meiner Kunden sind in Kalifornien, New York und Westeuropa. Es kann also schwierig werden, zu ihren Hauptarbeitszeiten zu arbeiten und erreichbar zu sein.“ Für ihn lohne es sich aber. „Ich liebe es, neue Leute zu treffen, neue Kulturen zu sehen, neue Orte zu erkunden und etwas zu entdecken“, sagt er. „Mir hat noch nie eine andere Aktivität so viel Freude bereitet, wie Reisen.“

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