Zunehmende Cyber-Risiken als Gefahr und Anlagechance

Es geht um sehr viel Geld

Viele Menschen sind heutzutage ohne ihr Smartphone, Tablet oder PC aufgeschmissen. Der Grad der Digitalisierung unseres Alltags nimmt zu. Dieser Trend ist nicht aufzuhalten. Die zunehmende Datenflut ruft Hacker auf den Plan. Unternehmen, Behörden, aber auch Privatpersonen werden schon heute Opfer von Cyber-Attacken. Von den meisten Fällen erfährt die Öffentlichkeit gar nicht, weil zum Beispiel betroffene Firmen aus Angst vor einem Verlust wichtiger Daten Lösegeld an die Cyber-Erpresser zahlen. Erfahren würden die Menschen in Zukunft von möglicherweise sehr spektakulären Fällen, in denen sich Hacker selbstfahrender Autos bemächtigen könnten. Schon heute richten Hacker einen enormen Schaden an. Einige, weil sie mithilfe krimineller Energie an sehr viel Geld herankommen wollen, andere manchmal einfach nur weil ihnen langweilig ist und sie auf diese Weise ihre Fertigkeiten am PC demonstrieren möchten. Heutzutage ist die Ransomware besonders beliebt.

Diese Art von Schadsoftware verschlüsselt wichtige Dateien oder Ordner auf dem Computer. Die Betroffenen werden aufgefordert, Lösegeld zu überweisen, um die Dateien entschlüsseln zu lassen. In jüngster Vergangenheit erlangte die Erpressersoftware WannaCry große Bekanntheit. Solche Angriffe dürften einen deutlichen Anstieg erfahren. Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und die Industrie 4.0 sind nicht mehr aufzuhalten. Das mobile Internet der 5. Generation (5G) dürfte diesen Prozess beschleunigen. Trotz Vorsichtsmaßnahmen wie der ständigen Aktualisierung installierter Software und der Nutzung von Antivirensoftware oder der Nutzung von Backups lassen sich viele Cyber-Attacken nicht verhindern. Vor allem bei Angriffen auf Unternehmen haben die Hacker massiv aufgerüstet. Schließlich geht es um enorme Summen. Entsprechend boomen auch die Branchen, die sich mit der Prävention oder dem Aufräumen nach erfolgreichen Cyber-Attacken beschäftigen.

NortonLifeLock: Ein alter Bekannter

Im Privatkundenbereich hat sich der Name Norton etabliert. Norton-Antivirus-Lösungen gehörten lange Zeit zum US-Konzern Symantec. Dieser schloss jedoch Anfang November 2019 den Verkauf seines Firmenkundengeschäfts an den Chiphersteller Broadcom (WKN: A2JG9Z / ISIN: US11135F1012) ab. Die Kaufsumme lag bei 10,7 Mrd. US-Dollar, während auch die Namensrechte an Broadcom gingen. Das verbliebene Privatkundengeschäft läuft mit der auf Identitätsdiebstahl spezialisierten Sparte „LifeLock“ unter dem Namen NortonLifeLock Inc. (WKN: A2PUXE / ISIN: US6687711084) Für Kunden hat sich auch einiges geändert. Norton 360 hat frühere Lösungen wie Norton Security und Norton Internet Security abgelöst.

LifeLock kann zu Norton 360 hinzugebucht werden. Dabei geht es nicht nur darum, Identitätsdiebstahl zu verhindern, sondern diesen auch frühzeitig zu erkennen. Das Angebot beinhaltet auch eine Versicherung, bei der durch Identitätsdiebstahl verursachte finanzielle Schäden ersetzt werden. Als es um den Verkauf des Firmenkundengeschäfts ging hatte man bei Symantec und nun bei NortonLifeLock keine Sorgen, dass das Privatkundengeschäft auf eigene Faust nicht bestehen könnte. Dieses sei aus Managementsicht beständig und vorhersagbar. Für die kommenden Jahre werden ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie starke Cashflows und Gewinne prognostiziert.

VeriSign-Fan Warren Buffett

Das US-Unternehmen VeriSign Inc. (WKN: 911090 / ISIN: US92343E1029) betreibt beiden so genannten Top-Level-Domains .com oder .net. Top-Level-Domain bezeichnet den Teil einer Internet-Domain hinter dem „.“. Zudem kümmert sich VeriSign um zwei der 13 weltweiten Root-Nameserver. Diese helfen Domain-Namen in IP-Adressen zu übersetzen (Namensauflösung). Auf diese Weise brauchen Internetnutzer keine komplizierten Zahlenfolgen einzugeben, um Internetseiten aufzurufen. Ende September 2019 verzeichnete VeriSign insgesamt 157,4 Millionen aktive Domains unter .com und .net. Darüber hinaus bietet VeriSign auch Sicherheitsdienstleistungen rund den Betrieb von Web-Seiten an.

Angesichts der Fülle an Internetseiten allein unter .com und .net dürfte Unternehmen wie VeriSign in den kommenden Jahren nicht langweilig werden. Dabei kommt VeriSign unter den Technologieunternehmen eine ganz besondere Bedeutung zu. US-Starinvestor Warren Buffett hatte lange Zeit Investments in Technologiewerte gemieden. Doch VeriSign hatte es der „Orakel von Omaha“ genannten Investorenlegende angetan. Ende 2012 kaufte Buffetts Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway erstmals Anteile am Domain- und Internetsicherheitsspezialisten. Zuletzt hielt Berkshire knapp 13 Millionen oder rund 11 Prozent der VeriSign-Anteile im Wert von rund 2,4 Mrd. US-Dollar.

Palo Alto Networks: Für ein sicheres Internet

Wenn es um führende Cyber-Security-Unternehmen geht, ist auch Palo Alto Networks (WKN: A1JZ0Q / ISIN: US6974351057) mit von der Partie. Das im Jahr 2005 gegründete Unternehmen ist mit seinen mehr als 7.000 Mitarbeitern im mehr als 150 Ländern für rund 65.000 Kunden tätig. Im Fokus steht die zunehmende Ausrichtung von Unternehmen und Privatnutzern des Internets auf das Thema Cloud Computing. Nutzern soll ein möglichst sicherer Zugang zur Cloud ermöglicht werden. Dies übernimmt bei Palo Alto Networks zum Beispiel die Cloud-Sicherheits-Suite Prisma. Auch das Thema Internet der Dinge wird immer wichtiger. Aus diesem Grund hat Palo Alto Networks im Herbst 2019 den IoT-Spezialisten Zingbox übernommen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 (Ende Juli) erzielte Palo Alto Networks Umsatzerlöse in Höhe 2,9 Mrd. US-Dollar. Ein Anstieg von knapp 28 Prozent. Analysten rechnen damit, dass sich der Wachstumskurs des Unternehmens fortsetzen sollte. Laut Refinitiv-Konsensschätzungen sollten die konzernweiten Umsatzerlöse sowohl im laufenden Geschäftsjahr 2019/20 als auch im kommenden Geschäftsjahr um jeweils knapp 20 Prozent ansteigen. Dies würde dazu führen, dass Palo Alto Networks im kommenden Geschäftsjahr die Umsatzmarke von 4 Mrd. US-Dollar knacken würde. Dies sollte auch der Aktie des Unternehmens weiteren Schwung verleihen.

Fazit

Schon heute leben wir im Informationszeitalter. Dank des technischen Fortschritts wird der Grad der Digitalisierung und Vernetzung unseres Alltags immer weiter zunehmen. Cloud Computing oder Internet der Dinge sind nur zwei Schlagworte. Aus diesem Grund dürfen sich Unternehmen, die sich mit Themen wie Cyber-Security beschäftigen, auf eine steigende Nachfrage nach ihren Dienstleistungsangeboten freuen. Anleger sollten jedoch Vorsicht walten lassen. Häufig handelt es sich bei den Branchenvertretern um junge hochinnovative Unternehmen, die zu Beginn weniger auf nachhaltige Gewinne oder Dividenden achten, sondern zunächst ein starkes Wachstum im Blick haben. Produkte wie das Vontobel Open End Partizipationszertifikat auf den Cyber Security Performance-Index (WKN: VS5ZCS / ISIN: DE000VS5ZCS6) können für eine ausgewogene Mischung aus etablierten, stark profitablen Branchengrößen und aus Anlagegesichtspunkten riskanteren, jedoch auch mit entsprechendem Potenzial versehenen Emporkömmlingen herstellen.

Open-End Partizipationszertifikat auf den Cyber Security Performance-Index
WKNVS5ZCS
ISINDE000VS5ZCS6
Emissionstag13. November 2015
ProdukttypPartizipationszertifikat
EmittentVontobel

 

Bildquelle: Pixabay / 3844328

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