Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute(Bloomberg) — Die Briten sind bester Stimmung, Xi lässt mit Davos eine Gesprächs-Gelegenheit aus, Europas Aktien am Ende der Woche fester, Amsterdam hat seinen eigenen BER, und Fed stört sich an schnellen Audio-Übertragungen. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:Die Briten sind bester StimmungDas Vertrauen der britischen Unternehmen und Verbraucher hat im Dezember zugelegt, und zwar noch bevor Boris Johnsons Wahlsieg mehr Klahrheit hinsichtlich des Brexit-Prozesses brachte. Der Index des Verbrauchervertrauens stieg um drei Punkte auf den höchsten Stand seit Juli und Lloyds’ Maß für das Geschäftsvertrauen kletterte auf ein Fünf-Monats-Hoch. Beide Umfragen erfolgten vor der Wahl vom 12. Dezember, die Johnson eine klare Mehrheit brachte und am heutigen Freitag bei einer ersten Parlamentsabstimmung in einer Annahme des Austrittsabkommens mit der EU münden dürfte, welches die Scheidung zum 31. Januar festschreibt. Ein “goldenes Zeitalter” liegt laut Johnson für die Briten in Reichweite. Für die Geldpolitik des von der EU getrennten Großbritanniens wird nach dem Ausscheiden von Mark Carney Mitte März Andrew Bailey zuständig sein.Xi lässt mit Davos eine Gesprächs-Gelegenheit ausDer chinesische Präsident Xi Jinping macht es wie Johnson und will nicht am Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar teilnehmen, wie aus informierten Kreisen zu erfahren war. Damit nimmt er sich die Möglichkeit eines persönlichen Treffens mit seinem US-Amtskollegen Donald Trump, der wie auch US-Finanzminister Steven Mnuchin in die Schweizer Alpen reisen wird. Xi war 2017 das erste und einzige Mal in Davos und hatte sich als Fürsprecher von Welthandel und Multilateralismus präsentiert. Peking plant weiterhin, Top-Unterhändler und Vizepremier Liu He nach Washington zu schicken, um das Phase-1-Abkommen Anfang Januar zu unterzeichnen. US-Farmer können sich auf womöglich 40 Milliarden Dollar jährlich an chinesischen Agrarimporten freuen. Europas Aktien am Ende der Woche festerAktien stiegen in Europa bei Zurückhaltung der Investoren vor den Weihnachtsfeiertagen. Gewinne bei zyklischen und Finanztiteln hoben den Stoxx Europe 600 knapp unter sein Rekordhoch. In Deutschland gehörten Henkel zu den Gewinnern, wo Marco Swoboda zum neuen Finanzvorstand berufen wurde. Delivery Hero profitierten von einer Anhebung des Kursziels bei UBS. Jost Werke verloren nach einer Herabstufung auf Neutral bei Exane.Amsterdam hat seinen eigenen BERDer seit 13 Jahren im Bau befindliche und bereits acht Jahre überfällige Berliner Großflughafen hat einen kleinen Bruder in Amsterdam. Dort hat sich die Eröffnung eines zweiten Drehkreuzes bereits um 20 Monate verzögert, allerdings nicht aufgrund von Schlamperei, wie in Berlin, sondern wegen politischen Streits über die Umweltfolgen. Im Vorfeld eines für Januar erwarteten entscheidenden Berichts über die Umweltauswirkungen verhärten sich die politischen Fronten. Besorgnis über den Klimawandel und das Aufkommen von “Flugscham” haben zu Spannungen in der komplexen Vier-Parteien-Koalition von Premierminister Mark Rutte geführt. Juniorpartner ChristenUnie hat die Möglichkeit in den Raum gestellt, sich gegen die Eröffnung des Flughafens Lelystad zu stellen, der sich auf neugewonnenem Land östlich von Amsterdam befindet.Fed stört sich an schnellen Audio-ÜbertragungenEin paar Sekunden Vorsprung können eine Menge Geld wert sein. Die Fed überprüft laut einem FT-Bericht daher ihre Tonübertragungen auf mögliche Schwachstellen und schließt sich damit der Bank of England an, die bereits auf die Erkenntis reagiert hat, dass einige Händler und Hedge-Fonds schnelleren Zugang als andere zu den Pressekonferenzen der britischen Zentralbank hatten. Durch eine schnellere Audioübertragung hatten einige Händler einen Vorteil bei ihren Reaktionen auf die Worte von BOE-Gouverneur Carney und konnten vor Bewegungen bei Pfund und Gilts ihre Wetten platzieren. Die Times of London berichtete am Freitag, dass die BOE nun alle auf Audio spezialisierten Marktnachrichtenanbieter von ihrer Liste der akkreditierten Unternehmen gestrichen hat. Die EZB stellt bereits eine kostenlose schnelle Übertragung über ihre Website zur Verfügung.Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.netKontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Rita HagedornFor more articles like this, please visit us at bloomberg.com©2019 Bloomberg L.P.


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