Commerzbank verschiebt Aufsichtsratssitzung – Das steckt dahinter

Der F.A.Z. zufolge hat die Commerzbank (WKN: CBK100 / ISIN: DE000CBK1001) am Montagabend die für diesen Mittwoch geplante Sondersitzung des Aufsichtsrates abgesagt. Die Arbeitnehmervertreter und die Gewerkschaft Verdi wittern eine Allianz zwischen den Großaktionären Bund und Cerberus.

Allianz zwischen den beiden Großaktionären

Die Verschiebung der Sitzung auf einen noch nicht bestimmten neuen Termin dürfte auf Proteste von Verdi und anderer Arbeitnehmervertreter zurückgehen. Verdi und andere Arbeitnehmervertreter beklagten, dass dem Aufsichtsrat wichtige Unterlagen nicht vorliegen. Außerdem wird befürchtet, dass es eine Allianz zwischen den beiden Großaktionären, dem Bund, der 15,6 Prozent der Commerzbank-Aktien hält, und dem US-Finanzinvestor Cerberus (5 Prozent der Commerzbank-Aktien) gibt.

Verfehlte Strategie

Cerberus hatte vor zwei Wochen mit zwei Briefen dem Commerzbank-Vorstand eine verfehlte Strategie vorgeworfen. Demnach hat Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus zu stark auf Wachstum gesetzt und alle im Jahr 2016 gesteckten Ziele verfehlt. Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Schmittmann hatte in einem Brief an Cerberus zugegeben, dass die Rentabilität der Commerzbank nicht befriedigend ist.

Weitreichende Kostensenkungen

Um die Rentabilität zu steigern, hatte der Vorstand im September 2019 den Abbau von 4.300 Stellen und die Schließung von 200 Filialen bis 2023 geplant. Bettina Orlopp, die im Februar dieses Jahres Finanzvorstand wurde, kündigte weitreichendere Kostensenkungsmaßnahmen an. Über diese wollte sie am 1. Juli den Aufsichtsrat informieren.

Hohe Kreditausfälle befürchtet

Am Wochenende gab es Spekulationen, dass der MDAX-Konzern 7.000 von insgesamt 40.000 Vollzeitstellen abbaut, was die Gewerkschaft Verdi aber zunächst verhindert hat. Doch angesichts der angespannten Geschäftssituation führt daran wahrscheinlich kein Weg vorbei. So wurden im ersten Quartal 2020 Verluste in Höhe von 295 Mio. Euro verbucht, und wegen der Coronavirus-Pandemie dürfte es im laufenden Jahr hohe Kreditausfälle geben.

An der Börse befindet sich die Commerzbank schon seit Jahren im Sinkflug. So brach der Aktienkurs zwischen 2007 und Mitte März 2020 um über 90 Prozent ein, wobei Mitte März ein Allzeittief bei 2,80 Euro markiert wurde.

200-Tage-Linie im Fokus

Seitdem konnten sich die Notierungen wieder bis in den Bereich der Vier-Euro-Marke nach oben arbeiten. Charttechnisch würde es hier ein neues Kaufsignal geben, wenn der Sprung über die 200-Tage-Linie (4,70 Euro) gelingt. Das nächste Kursziel wäre dann das bisherige Jahreshoch vom Februar bei 6,83 Euro. Vorerst zeigen die Trendpfeile für die Commerzbank aber weiter nach unten.

Anleger, die von einem Comeback der Commerzbank-Aktie überzeugt sind, können mit einem Mini Future Long (WKN: MC9N21 / ISIN: DE000MC9N213) gehebelt von Kurssteigerungen profitieren. Skeptiker haben ebenfalls mit passenden Short-Produkten (WKN: MC6X91 / ISIN: DE000MC6X911) die Gelegenheit, auf fallende Kurse der Commerzbank-Aktie zu setzen.

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Bildquelle: Pixabay / klausdie

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