Die Nato ist uneinig wie nie und ausgerechnet jetzt hat Putins Russland einen bösen Verdacht

Wladimir Putin (rechts) und Sergej Lawrow.

Vielleicht geht es der Nato doch besser, als es diese Tage den Anschein hat. Vielleicht funktioniert das alte Verteidigungs- und Abschreckungsbündnis doch noch gut genug, um seinen Feinden Angst und Schrecken einzujagen. Trump-Ausfall hin, Trump-Entgleisung her. Darauf deutet zumindest ein Interview hin, das Russlands Verteidigungsminister Segej Schoigu mit der italienischen Zeitung „Il Giornale“ geführt hat. Er wirft der Nato vor, ihre Militärbasen immer näher an die russische Grenze zu verlegen. Und droht seinerseits.

 „Als Präsident der russischen geografischen Gesellschaft will ich seit langem den amerikanischen Kollegen einen Globus geben, damit sie darauf schauen und erklären können, wieso sie ihre Militärbasen und Truppen vor allem an den russischen Grenzen stationieren, während die sogenannten „Feinde Amerikas“ im Mittleren und Fernen Osten sitzen“, schimpfte Schoigu. Was er damit meint: Die Nato weiß sehr genau, wen es mit seinen Aktionen eigentlich im Blick hat. Nicht etwa den Iran, sondern Russland.

Russland ist selbst auch nicht gerade zimperlich

Zum einen spielt der Minister auf das US-Raketenabwehrsystem an, das auch in Osteuropa installiert werden soll. Offizielle Begründung der USA ist, dass das System Schutz gegen iranische Raketenangriffe bieten soll. Zum anderen sind ihm aber auch Nato-Truppen ein Dorn im Auge, die inzwischen von Estland bis Polen stationiert sind, also direkt vor der russischen Grenze. Es habe anderslautende Zusagen bei der deutschen Einheit gegeben, sagte Schoigu. Was der russische Verteidigungsminister unerwähnt lässt: Russland trug mit seiner aggressiven Politik in der Ukraine selbst dazu bei, dass die Nato in den baltischen Staaten mobile Einheiten stationierte.

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Auch sonst ist Russland nicht gerade zimperlich, wenn es um eigene militärische Machtdemonstrationen geht. Stolz kündigte Schoigu an, dass Russland bereit sei, Syrien mit S-300-Luftabwehrsystemen auszustatten. Das ist ein Affront gegen den Westen. Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten im Frühjahr nach einem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien Anlagen des Assad-Regimes bombardiert. Die syrische Regierung habe bisher keine Anfrage gestellt, versicherte Schoigu. Doch auch er weiß: Was noch nicht war, kann noch kommen.

ab/Reuters

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