Es verbreiten sich immer mehr gefährliche Viren auf der Welt — und wir sind schuld daran

Junge Frau mit Mundschutz

Das Zika, Tollwut und Ebola  nur eine kleine Auswahl von Krankheiten, mit denen sich nicht nur Tausende von Menschen jedes Jahr durch Viren infizieren, sondern die im schlimmsten Falle auch zum Tod führen können. Doch auch wenn Forscher auf der ganzen Welt nach Behandlungsmethoden suchen, sind viele der gefährlichsten Viren noch immer im Umlauf — und verändern sich laufend.

Wie Justine Smith, Professorin für Augengesundheit an der Flinders University in Australien und deren Assitentin Jill Carr in einem Gastbeitrag des Wissenschaftsmagazins „The Conversation“ feststellen, ist der größte Risikofaktor bei der Verbreitung der Viren der Mensch selbst.

Für viele Viren gibt es noch keine geeigneten Medikamente 

Impfungen gegen Grippe oder auch Aufklärung bezüglich des HI-Virus spielen unter anderem eine große Rolle bei der Vorbeugung einzelner Erkrankungen aber auch ganzer Epidemien. Trotzdem lässt sich die Ansteckung mit solchen Viren nicht gänzlich verhindern. Schlimmer noch: Es sind immer wieder neue Viren im Anmarsch, die der Medizin noch nicht bekannt sind und gegen die es daher noch keine Medikamente gibt.

Zudem verändern auch bereits bekannte Viren sich ständig  Erbgut und Hülle mutieren regelmäßig. Aus diesem Grund schlagen verabreichte Medikamente oft nicht an, da diese meist nur auf die unveränderte Form der Viren ausgelegt sind. 

Laut den Vereinten Nationen (UNO) wächst die Bevölkerung auf der Erde um mehr als ein Prozent pro Jahr. In Bezug auf die Virenproblematik ist dieses Wachstum dramatisch: Je mehr Menschen es auf der Erde gibt, desto schneller kann sich ein Virus verbreiten. Ballungszentren werden immer größer, Dörfer weichen großen Städten, in denen Tausende von Menschen dicht zusammenleben. Eine ideale Grundlage für Viren, um sich auszubreiten.

Wachsende Population schadet letztendlich Natur und Mensch

Die wachsende Weltbevölkerung führt allerdings noch zu weiteren Problemen. Je mehr Menschen auf der Erde ernährt werden müssen, desto mehr Vieh wird gehalten. Geflügel, Schweine und Rinder sind dabei oft Überträger tödlicher Viren, die sich unter anderem auch auf Menschen übertragen können, sogenannte Zoonosen. Doch auch wild lebende Tiere wie Fledermäuse oder Insekten wie Moskitos sind ein wichtiger Überträger zahlreicher Viren.

Indem Menschen ihren Wohnraum ausweiten, um Städte zu vergrößern oder zu errichten, nehmen sie zahlreichen Tierarten nicht nur ihren Lebensraum weg, sondern fördern durch die Entwaldung die Verbreitung gefährlicher Moskitos, so Wissenschaftler in dem Fachjournal „The Lancet“. Auch Urlauber können gefährliche Viren bei der Rückreise nach Deutschland einschleppen und so dafür sorgen, dass sie sich ausbreiten. 

Viruserkrankungen bleiben während der Inkubationszeit oft unbemerkt

Wie Forscher in einer im Fachjournal „The Royal Society“ veröffentlichten Studie schreiben, werden jedes Jahr etwa drei bis vier neue Viren entdeckt, die für den Menschen gefährlich sein könnten. Problematisch dabei ist, dass Menschen oft nicht gleich merken, wenn sie infiziert wurden. Während die Inkubataionszeit bei manchen Infektionen nur wenige Tage beträgt, kann sie gerade bei HIV mehrere Jahre betragen, weshalb das Virus oft lange Zeit unbemerkt bleibt. Die Gefahr besteht also, sich somit unwissentlich anzustecken und das Virus so auch unwissentlich weiterzuverbreiten. 

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