Der Adidas-Chef hat eine gnadenlose Prognose für deutsche Innenstädte (A1EWWW)

Adidas Vorstandsvorsitzender Kasper RorstedSchuhe, T-Shirts oder auch Hosen: Im Jahr 2018 gehört die Bestellung von Textilien über das Internet längst zum Alltag. So gaben die Deutschen im Jahr 2016 laut Statista 14,75 Milliarden Euro dafür aus — 11 Prozent mehr als im Jahr 2015. Wer den Trend verpasst hat, liegt weit hinter der Konkurrenz zurück.

Doch nicht nur der reine Einzelhandel setzt daher auf die Online-Verkäufe, sondern auch die Hersteller von Kleidung oder Sportartikeln selbst. Auch für Adidas ist das daher ein Thema, das bestätigte Unternehmenschef Kasper Rorsted im Gespräch mit der Zeitschrift „Capital“.

Adidas investiert in E-Commerce

Zwar würden die stationären Händler, über die 70 Prozent der Verkäufe erzielt würden, der wichtigste Absatzkanal bleiben. „Trotzdem müssen wir da sein, wo die Kunden sind. Und die sind immer öfter online oder mobil. Also investieren wir, mal allein, mal gemeinsam mit Händlern“, erklärt Rorsted. Leiden würden Händler nur, wenn sie über kein Online-Angebot verfügen würden. 

Der Adidas-Chef geht sogar soweit, dass er eine Konsolidierung auf dem Markt erwartet. „Überleben werden die, die groß sind, die digital gut aufgestellt sind — und die Spezialisten.“  Damit ist es also durchaus möglich, dass nicht alle Sportgeschäfte, die sich heute in den Innenstädten tummeln, auf Dauer den Wettbewerb mitgehen werden können.

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„Entweder wir kannibalisieren den Markt — oder wir werden kannibalisiert“

Doch es ist gerade der Mix aus Altbewährtem und neuen Wegen, der für Rorsted ausschlaggebend für Erfolg ist: „Man darf nie seinen Kern verlassen. Wer das tut, überlebt im Markt oft nicht. Unser Kern wird sich nicht ändern — was sich ändert, sind Technologien, Vertriebskanäle, die Kommunikation mit dem Kunden.“

Und gerade in diesem Bereich schickt Rorsted noch eine Kampfansage hinterher: „Wir haben uns das Ziel gesetzt, vier Milliarden Euro Umsatz auf eigenen digitalen Kanälen zu schaffen. Das hat nicht alle Händler gefreut, dennoch haben wir es gemacht. E-Commerce wird weiter zunehmen, und entweder wir kannibalisieren den Markt — oder wir werden kannibalisiert.“

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