Nike drängt in ein Gebiet, das bisher von Adidas dominiert wird — eine deutliche Kampfansage

Nike will seine Marktmacht ausbauen. Adidas dürfte das nicht gefallen.

Der Sportartikelhersteller Nike plant, sich auf seine Geschäfte in Deutschland zu konzentrieren. Erst kürzlich hatte der US-Konzern seine Landeszentrale von Frankfurt nach Berlin verlegt. Dass die derzeit stattfindende Leichtathletik-EM in der Hauptstadt nun auch noch von den US-Amerikanern gesponsert wird, ist Konkurrent Adidas ein Dorn im Auge.

Am Markenerfolg gemessen, sticht Nike seinen Konkurrenten Adidas aus. Das könnte nun noch größere Ausmaße annehmen. Laut „Handelsblatt“ haben 70 Mitarbeiter ihr Büro in Berlin bereits bezogen. Bis zum Sommer 2019 sollen 110 weitere folgen.

Nike setzt auf Wachstum

Der Nike-Vorstandsvorsitzende Mark Parker hatte erst vergangenes Jahr verkündet, dass Nike bis 2020 Wachstum um 80 Prozent anstrebe. Berlin gehöre dabei zu einer der zwölf Schlüsselstädte für das Unternehmen — Europa soll der Motor der Expansion werden.

Sein europäischer Stellvertreter Bert Hoyt treibt die Pläne voran. „Den Laden ohne Tüte zu verlassen, ist nicht akzeptabel“, sagte er in einem Interview mit dem Fachmagazin „Textilwirtschaft. Es ist eine deutliche Ansage — auch in Richtung Adidas. Was dem deutschen Sportartikelhersteller noch übler aufgestoßen haben dürfte, war die Sponsorenvergabe der Leichtathletik-EM in Berlin — Nike ist hier „Official Partner“. Das trifft Adidas in seiner Vorzeige-Sparte.

Nike buhlt um Berliner Jogger

Adidas gilt als der renommierteste Sportausstatter für Läufer und Jogger weltweit. Das Geschäft gehört zu den wichtigsten Bereichen des deutschen Traditionsunternehmens. Der europaweit einzige Adidas-Shop für Jogging- und Laufausrüstung steht in Berlin. Adidas sponsert den Berliner Marathon und Adidas ist Gründer der globalen Community „Adidas Runners“, die Läufer auf der ganzen Welt unterstützt und motiviert. 

Dass der US-Konzern Nike nun genau in diesem Terrain versucht Akzente zu setzen, ist ein deutlicher Ausdruck des Konkurrenzkampfes beider Marken. „Das ist ein großes Geschäft“, sagt Hoyt, der weiter betont, dass Deutschland der wichtigste Markt für Laufausrüstung in Europa sei. Der Kampf wird also auf allen Ebenen geführt. Die Leichtathletik-EM ist da nur die Spitze des Eisbergs.

Nike hat einen entscheidenden Vorteil

Dass es kein Kinderspiel sein wird, Adidas seine Marktmacht in Deutschlands streitig zu machen, dessen ist man sich bei Nike bewusst. Deswegen setzt man hier gezielt auf Influencer-Marketing. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, sind es in der Jugendkultur bekannte Gesichter, die die Marke mit dem „Swoosh“-Logo auf Instagram und Snapchat repräsentieren. Die muslimische Boxerin Zeina Nassar gehört dazu, genauso wie die Rapperin Eunique. 

Der Sportartikelhersteller setzt allerdings nicht nur auf bekannte Gesichter in den sozialen Medien. Auch Zalando, Hertha BSC und diverse Straßenfußball-Ligen sind Kooperationspartner — die Liste scheint endlos. Nike verfolgt diese Strategie schon seit Jahren. 

Berlin als „Trendsetter“ in Deutschland

In Berlin will Nike nun nochmals neue Maßstäbe setzen, nicht nur was das Marketing angeht. Auch in Sachen Liefergeschwindigkeit und Kundenbetreuung möchte man neue Konzepte verwirklichen. Laut „Handelsblatt“ sollen so neue Kleidungsartikel, die unmittelbar einem bestimmten Trend nachgehen, innerhalb von zwei bis drei Wochen in den Läden hängen. Schuhe sollen das in drei Monaten schaffen

Die deutsche Hauptstadt ist nun im Fokus beider Hersteller. Die Berliner Mentalität und die hiesige Subkultur bedeuten ein stetig wachsendes Marktpotential für Nike und Adidas. Es scheint, als hätte Nike hier besondere Ansprüche. „Es ist wichtig, mittendrin in diesem Schmelztigel der Kulturen zu sein“, sagt Hoyt und betont außerdem, dass „die Stadt der Impulsgeber für die Konsumenten in Hamburg, München oder Stuttgart“ ist. 

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