Nasa-Forscher haben ein ungewöhnliches Phänomen in der Antarktis entdeckt

Eisberg in der Antarktis

Wer sich einen Eisberg vorstellt, denkt üblicherweise an einen unsymmetrischen mit einer Spitze versehenen Berg, wie er in Filmen wie „Titanic“ oder „Ice Age“ vorkommt. Wie nun jedoch Aufnahmen der Nasa zeigen, gibt es auch durchaus andere Eisberg-Formen. Denn tatsächlich kann ein Eisberg auch so aussehen, als sei er mit einer gigantischen Säge im 90-Grad-Winkel abgeschliffen worden.

„Es gibt zwei Arten von Eisbergen“, sagt Kelly Brunt, Wissenschaftlerin an der University of Maryland in den USA gegenüber dem Wissenschaftsmagazin „Live Science“. „Es gibt die Form, die jeder vor Augen hat und die die Titanic zum Sinken gebracht hat und die viele Kanten auf der Oberfläche hat. Und dann gibt es flache Eisberge.“ Zu dieser Gruppe gehört auch der jetzt in der Antarktis von der Nasa entdeckte Eisberg , der „breit und flach ist und damit wie ein Blechkuchen aussieht.“

Gerade Flächen entstehen beim Abkapseln von Schelfeis

Was ungewöhnlich klingt, hat den Forschern zufolge aber einen logischen Hintergrund. Der von der Nasa fotografierte symmetrische Eisberg entstand Brunt zufolge durch das Abkapseln von Schelfeis — großen Eisblöcken also, die mit dem Land verbunden sind und trotzdem im Wasser treiben. Brunt zufolge sei das nichts anderes als bei einem Fingernagel, der bei einer gewissen Länge abbricht und ein gerades Ende hinterlässt.

Form des nun gesichteten Eisbergs ist außergewöhnlich

Flache Eisberge können eine Größe von mehreren Hunderten oder Tausenden von Quadratkilometern erreichen. Der längste bisher gesichtete Eisberg hatte eine Größe von 11.000 Quadratkilometern. Was das kürzlich gesichtete Exemplar jedoch so außergewöhnlich macht, ist nicht seine Größe. „Was diesen Eisberg ausmacht, ist die Tatsache, dass er fast wie ein Quadrat aussieht“, so Brunt.

Umwelteinflüsse wirken sich auf die Form des Eisbergs aus

Wie die Wissenschaftler schreiben, konnten sie den jetzt gesichteten Eisberg bisher noch nicht ausmessen — sie vermuten jedoch, dass er eine ähnliche Größe aufweist, wie der größte gesichtete tabellarische Eisberg. Wie sie glauben, hat sich der vom Schelfeis Larsen C stammende Eisberg erst kürzlich gelöst. Die scharfen Kanten deuten darauf hin, dass sie noch nicht vom Wind abgeschliffen wurden. Steigende Temperaturen sind der Grund für das Entstehen solcher Eisberge — sofern Schmelzwasser in bereits vorhandene Risse gelangt, werden diese so weit vergrößert, bis sich der Eisberg vollständig ablöst.

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