Vergleich mit Hitler-Deutschland: Ökonomie-Nobelpreisträger fällt vernichtendes Urteil über Trump

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Top-Ökonom Robert Shiller warnt, dass es in den USA jederzeit zu einem Kollaps an den Aktien- und Immobilienmärkten kommen könnte. Im Interview mit dem „Handelsblatt“ nennt er Donald Trump den schlechtesten Präsidenten, den Amerika je hatte — nicht nur wegen dessen Wirtschaftspolitik. 

Nach den US-Wahlen ist die Stimmung in den USA angespannt. Donald Trump feiert den Erfolg der Republikaner im Senat, die Demokraten ihre zurückgewonnene Mehrheit im Repräsentantenhaus. Der Eklat bei der Pressekonferenz zwischen Trump und dem CNN-Reporter Jim Acosta und die anschließende Debatte darüber zeigt, dass sich die Spaltung der Gesellschaft in den weiteren zwei Amtsjahren von Trump wohl noch verschärft.

Das Wahlergebnis sei „Ausdruck einer unglaublichen Polarisierung des Landes“, erklärt Shiller in dem Interview. Shiller erhielt 2013 den Nobelpreis. Sein Urteil über die Sozial- und Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten fällt vernichtend aus.

Shiller: „Trump ist der gefährlichste Präsident der amerikanischen Geschichte“

Der Ökonom befürchtet, dass Trump nun „noch impulsiver, noch aggressiver regieren“ werde. Die Folgen werden auch in anderen Teilen der Welt spürbar sein, denn Trump kann in der Handelspolitik auch ohne den Kongress durchgreifen.

Den Wirtschaftsboom in den USA erklärt Shiller auch damit, dass Trump die „Animal Spirits“ geweckt habe. Nach der These des Wirtschaftswissenschaftlers sind das emotionale Kräfte, die großen Einfluss auf die Wirtschaft haben. „Es geht um eine emotionale Energie, die Trump freisetzt“, so Shiller. „Mit seiner Hemdsärmeligkeit, seinen gezielten Tabu- und Regelbrüchen gibt er den Amerikanern Zuversicht.“ Dies kurbele die Wirtschaft an.

Doch die langfristigen Risiken seien viel größer als der kurzfristige Nutzen: „Trump ist der gefährlichste Präsident der amerikanischen Geschichte“, warnt Shiller. Neben einer möglichen Kriegsgefahr sieht der Nobelpreisträger auch drohende Gefahren für die Wirtschaft: „Ein Kollaps ist jederzeit möglich — sowohl an den Aktien- als auch den Immobilienmärkten.“ Er ist sich da sogar sicher: „Der Einbruch wird kommen.“

Ökonom vergleicht Trump mit Hitler: „Beide waren exzellente Showmaker“

Eine Wiederwahl Trumps 2020 hält der Ökonom nicht für unwahrscheinlich: „Charaktere wie Trump liegen im Trend.“ Seinen Erfolg erklärt sich Shiller mit dessen Instinkt: „Die Menschen lieben seine Regel- und Tabubrüche. Sie lieben seinen furiosen Stil, Menschen oder Minderheiten zu erniedrigen. Und sie lieben seine Verschwörungstheorien.“ 

Trump sei ein „Meister des Narrativs“. Das Phänomen lasse sich laut Shiller am besten mit dem Phänomen des Wrestling erklären: „Jeder weiß: Es ist ein Fake, und doch finden alle es gut und glauben dran. Es spielt keine Rolle, ob es real ist.“

Es gebe sogar Parallelen zwischen Donald Trump und Adolf Hitler. „Beide waren exzellente Showmaker, beide haben einen wütenden Stil, diese wütende Art zu reden“, meint Shiller im „Handelsblatt“. Ähnlich wie Hitlers Partei habe es auch Trump innerhalb kurzer Zeit an die Macht geschafft, obwohl vorher niemand daran geglaubt habe. 

Die größte Gefahr von Trumps Politik seien aber nicht die ökonomischen Folgen, sondern dass er den demokratischen Institutionen des Landes die Autorität nehme. „Ich denke, er ist der schlechteste Präsident, den wir jemals hatten“, sagt Nobelpreisträger Shiller.

cm

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